Hausaufgabenkonzept Sek II

Hausaufgabenkonzept Oberstufe – Galilei-Gymnasium

Hausaufgaben sind integraler Bestandteil jeglichen allgemein-, berufs- und hochschulischen Lernens. Sie ergänzen die schulische Arbeit, deren wesentlicher Teil im Unterricht geleistet wird.

Hausaufgaben ermöglichen Grunderfahrungen in einem individuellen Lernprozess. Schüler organisieren dabei den eigenen Lernprozess selbst und gelangen somit durch eigenes Handeln zu erfolgreichem und nachhaltigem Lernen. Hausaufgaben ist daher eine erhebliche Bedeutung für die Sicherung der schulischen Qualität sowie den schulischen und späteren hochschulischen oder beruflichen Erfolg beizumessen.

Darüber hinaus gehört das Anfertigen der Hausaufgaben gemäß Schulgesetz (§ 42 Abs. 3) zu den Pflichten von Schülerinnen und Schülern und ist in der Oberstufe Teil der Sonstigen Mitarbeit.

Die Erledigung von Hausaufgaben ist trotz der hohen Zahl der in der Schule zu verbringenden Wochenstunden zur Erreichung der vorgegebenen Lernziele unverzichtbar. Dies kann gerade in der Oberstufe zu nicht unerheblichen zusätzlichen Belastungen führen. Eine im Ergebnis erfolgreiche Vorbereitung auf die Abiturprüfungen setzt voraus, dass vorhandene Zeitkontingente so effektiv genutzt werden, dass auch noch ausreichende Freiräume für sinnvolle, außerschulische Freizeitaktivitäten verbleiben. In diesem Zusammenhang ist von Nebenjobs in außerschulischen Kontexten während der Oberstufenzeit aus schulischer Sicht abzuraten.

Starre Hausaufgabenzeiten in den einzelnen Fächern sind nicht sinnvoll, da die Kurse in ihrer fachlichen Ausrichtung unterschiedlich und in ihrer Bedeutung für Schülerinnen und Schüler als Abiturfach, einbringungs- oder belegungspflichtiger Kurs äußerst differenziert sind.

Für die Hausaufgaben in der Oberstufe gelten daher folgende Grundsätze:

  • Zweck und Ziel der Hausaufgaben sind transparent: Hausaufgaben erwachsen aus dem Unterricht; sie bereiten diesen vor oder nach und bieten (auch individuelle) Übungsmöglichkeiten. Sie verlängern oder ersetzen nicht den Fachunterricht und sind kein Disziplinierungsinstrument.
  • Hausaufgaben stellen individuelle Lerngelegenheiten dar und führen zu individuellen Erfolgen. Eine individuelle Schwerpunktsetzung innerhalb eines Themenkomplexes kann die Möglichkeit selbstregulierten Lernens (Referate, Kurzvorträge) bieten.
  • Langfristige Hausaufgaben ermöglichen eine individuelle Zeiteinteilung.
  • In Klausurphasen soll der Hausaufgabenumfang nach Möglichkeit reduziert werden.
  • Über die Hausaufgaben wird offen kommuniziert. Alle Beteiligten gehen verantwortungsbewusst und sensibel mit Hausaufgaben um. Schülerinnen und Schüler lernen kooperativ mit Ihren Kurslehrinnen und –lehrern, verantwortlich mit ihrer Zeit umzugehen und im Kurs ihre Zeitbelastung zu thematisieren.

 Lehrerinnen und Lehrer

  • stellen Hausaufgaben funktional und nicht aus Prinzip. Es müssen sich nicht zwingend aus jeder Unterrichtsstunden Hausaufgaben ergeben.
  • planen ausreichend Zeit ein, um die Hausaufgaben in Ruhe zu stellen und Rückfragen beantworten zu können.
  • formulieren Aufgabenstellung und Anforderungen an die Bearbeitung verständlich, bei  längeren Aufgabenstellungen auch mit geeigneter Visualisierung.
  • beziehen Hausaufgaben in ihren Unterricht mit ein. Dabei stellen sie sicher, dass Schülerinnen und Schülern ihre eigene Hausaufgabenleistung mit Blick auf die gestellten Anforderungen einschätzen können.
  • würdigen Aufgabenbearbeitungen unter pädagogischen Gesichtspunkten.
  • berücksichtigen bei der Wahl von Schwierigkeitsgrad und Umfang der Hausaufgaben die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, so dass Hausaufgaben selbstständig ohne fremde Hilfe erledigt werden können.
  • nutzen Gelegenheiten, Aufgaben nach Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit differenziert zu erteilen.
  • nutzen Studientage (pädagogische Tage, Unterrichtsausfall bei Elternsprechtag, Fremdsprachenprüfungen, …) für umfangreichere Hausaufgaben.

Schülerinnen und Schüler

  • notieren gestellte Hausaufgaben und fragen nach, falls die Aufgabenstellung nicht klar sein sollte.
  • organisieren im Rahmen eines Zeitmanagements (etwa Wochenplan) selbstständig die Erledigung der Hausaufgaben. Freistunden im Stundenplan sollen dabei im Besonderen berücksichtigt werden.
  • bearbeiten zuverlässig und sorgfältig alle gestellten Aufgaben.
  • formulieren Probleme und Fragen bei (nichtgemachten) Hausaufgaben schriftlich.
  • erkundigen sich bei Fehlzeiten selbstständig nach den in dieser Zeit angefallenen Hausaufgaben und arbeiten diese nach. Schülerinnen und Schüler bemühen sich um Lernpartnerschaften in den einzelnen Kursen.
  • informieren sich unaufgefordert über nicht angefertigte Hausaufgaben und arbeiten diese in Eigenverantwortung nach.

Soweit dies alles gelingt, handelt es sich um einen Gewinn aller Beteiligten im Sinne einer Verantwortung für den gemeinsamen Erfolg, das erfolgreiche Abitur.