Geschichte

          Das Fach Geschichte am Galilei-Gymnasium  

                                                 Wer die Vergangenheit nicht kennt,
              kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“
                                              (Helmut Kohl, Bundestagsrede vom 1. Juni 1995)

Warum wird das Fach Geschichte unterrichtet?
Im Fach Geschichte beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler nicht mit der bloßen Vergangenheit, sondern es wird aus der Vergangenheit heraus auch eine Orientierung für die Gegenwart und Zukunft ermöglicht. Ob man sich nun mit den Menschen- und Bürgerrechten von 1789 und deren Auswirkungen auf die heutige Demokratie befasst oder sich mit der Erfindung des modernen Buchdrucks um 1450 beschäftigt, welche das Ausmaß unserer heutigen Wissensverbreitung erst ermöglichen konnte, oder aber die antiken Olympischen Spiele in den Blick nimmt, die als Vorläufer des größten Sportwettbewerbes unserer Zeit gelten: Die unmittelbare Bedeutung der Vergangenheit für das Hier und Jetzt zeigt sich in den verschiedensten Ges(ch)ichtspunkten.

Hierbei lernen die Schülerinnen und Schüler historisch zu denken – sie schulen ihre Fähigkeit, Fragen an einen historischen Sachverhalt zu formulieren („Warum scheiterte die Weimarer Republik?“), Zusammenhänge und Strukturen zu erkennen („Einfluss der Weltwirtschaftskrise, der Weimarer Verfassung, der Mentalität in der Bevölkerung…“), Deutungen zu hinterfragen („Ist die Weimarer Republik nur aufgrund der Verfassungsschwächen gescheitert?“), verschiedene Perspektiven miteinander in Beziehung zu setzen („Welche Gründe werden bei dem Historiker Winkler, welche bei dem Historiker Kolb genannt?“) und anschließend Geschichte sinnbildend darzustellen („Die Weimarer Republik scheiterte, weil…“). Damit entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein, wodurch sie Geschichtsbilder nicht mit der Vergangenheit verwechseln sowie das historische Wissen für die Gegenwart und Zukunft nutzen („Die Lehren von Weimar für die Bundesrepublik Deutschland“).


In welchen Jahrgangsstufen wird das Fach Geschichte am Galilei-Gymnasium wie unterrichtet?
In der Sekundarstufe I wird das Fach Geschichte im Umfang von zwei Schulstunden pro Woche in den Jahrgangsstufen 6, 8 und 9 unterrichtet. Zur Lernerfolgskontrolle finden schriftliche Übungen statt.
In der Einführungsphase besteht die Möglichkeit, das Fach schriftlich oder mündlich zu belegen. Nach dem ersten Halbjahr ist auch eine Änderung möglich, sodass das schriftlich gewählte Fach mündlich bzw. das mündlich gewählte Fach schriftlich weitergeführt werden kann. Schülerinnen und Schüler, die sich für das Fach entscheiden, haben es drei Stunden wöchentlich und schreiben, wenn sie es schriftlich belegen, im ersten Halbjahr eine und im zweiten Halbjahr zwei Klausuren. In der Qualifikationsphase richtet sich die Stundenzahl nach der Kursart. Ein Grundkurs ist drei- und ein Leistungskurs fünfstündig. In der Jahrgangsstufe Q1 werden pro Halbjahr zwei Klausuren geschrieben, die im Grundkurs zwei- und im Leistungskurs dreistündig sind. In der Jahrgangsstufe Q2 sind die Klausuren drei- beziehungsweise vierstündig.


Welche Lehrwerke werden im Geschichtsunterricht genutzt?
Als Lehrwerk für den Unterricht in der Sekundarstufe I dient die Reihe „Zeiten und Menschen“ vom Schöningh Verlag. Das auf die Anforderungen von G8 ausgerichtete Geschichtswerk liegt in drei Bänden vor und bietet altersgemäße Zuordnungen von Themen und Aufgaben, Impulsen und Materialien im Unterricht, die auf einen definierten Lernfortschritt im Unterricht ausgerichtet sind. Besonderen Wert legt das Lehrwerk auf selbstständiges Arbeiten, Handlungsorientierung sowie den Erwerb von Kompetenzen. Die Arbeit mit „Zeiten und Menschen“ wird in der Sekundarstufe II weitergeführt. Dort liegen zwei Bände vor, die die jeweiligen Anforderungen aus Einführungs- und Qualifikationsphase berücksichtigen.


Welche Inhalte werden in der Sekundarstufe I behandelt?
Überblick: Fachinhalte nach Jahrgangsstufen (Link folgt in Kürze)
Die Inhalte des Faches Geschichte erstrecken sich von der Entwicklung der Vormenschen bis in die heutige Zeit. Dabei werden Themen in den Blick genommen, die den Schülerinnen und Schülern Anknüpfungspunkte für ihre Lebenswelt bieten, wodurch sie ihre eigenen Perspektiven erweitern können.
So können die Schülerinnen und Schüler beispielsweise in der Jahrgangsstufe 6 die Struktur einer römischen familia mit heutigen pluralistischen Familienstrukturen vergleichen. Achtklässler beschäftigen sich unter anderem mit der imperialistischen Politik in Afrika und Asien, anhand derer sich Zusammenhänge mit aktuellen Konflikten herstellen lassen. In Klasse 9 wird das kurze 20. Jahrhundert behandelt, dessen tiefe Einschnitte (Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg, Wiedervereinigung) heute noch in Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland nachwirken.


Welche Inhalte werden in der Sekundarstufe II behandelt?
Ein zentrales Thema der Einführungsphase sind „Erfahrungen mit Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive“. Hier setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit einem gesellschaftlich relevanten Thema auseinander.
Gleiches gilt für zentrale Inhalte der Qualifikationsphase: So wird beispielsweise die nationalsozialistische Idee der „Volksgemeinschaft“ thematisiert, die in extremistischer, (rechts-)populistischer Propaganda heute wieder eine Rolle spielt. Außerdem werden „Friedensschlüsse und Ordnungen“ behandelt, die für die Gegenwart von großer Bedeutung sind. Die Inhalte des Faches fördern Kompetenzen, „die das Verstehen der Wirklichkeit ermöglichen und die Mitwirkung im demokratisch verfassten Gemeinwesen unterstützen sollen.“ (KLP NRW Sek II. Gymnasium/ Gesamtschule).[1]


Welche Exkursionen und Projekte werden durchgeführt?
Das Fach Geschichte fördert die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler auch durch  außerschulische Exkursionen und Projekte. Maßgeblich für die Durchführung solcher Exkursionen und Projekte ist das Interesse der Schülerinnen und Schüler. Zu den wiederkehrenden Zielen möglicher Exkursionen zählen unter anderem eine Exkursion zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg, ein Besuch im Haus der Geschichte (Bonn) oder eine Fahrt nach Kalkriese – dem Ort der Varusschlacht. Projekte werden zum Beispiel in Form einer Befragung von Zeitzeugen aus der ehemaligen DDR realisiert. In der Jahrgangsstufe 9 wird regelmäßig das Projekt „Bücher aus dem Feuer (BadF)“ in Kooperation mit dem Freundeskreis der Stadtbücherei Hamm durchgeführt.

[1] Die vorgestellten Inhalte orientieren sich an den aktuellen Abiturvorgaben der gymnasialen Oberstufe des Faches Geschichte. URL:  https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/zentralabitur-gost/faecher/fach.php?fach=12 [Letzter Zugriff am 23.10.17].


Zeitzeugenbefragung – Klasse 6 A 

Am 01. Februar 2018 empfing die Klasse 6 A mit Herrn Erbasi den DDR-Zeitzeugen Burkhard Seeberg, der den Geschichtsunterricht durch die Erinnerungen an seine Gefangenschaft als Stasi-Häftling emotional greifbar machte.

„Durch die Geschichtsbücher kriegen wir nicht wirklich mit, wie sich die Menschen damals gefühlt haben. Herr Seeberg konnte uns heute verdeutlichen, wie schrecklich es den Menschen teilweise ging.“ Diese Aussage einer Schülerin erhielt von der Klasse große Zustimmung, was die hohe Bedeutung von „Oral History“ für den Geschichtsunterricht bestätigt.

Der mittlerweile 62-jährige Burkhard Seeberg ist in der Bundesrepublik aufgewachsen. Im Alter von 19 Jahren wurde er bei dem Versuch festgenommen, seine in der DDR lebende Freundin durch einen gefälschten Reisepass in die Bundesrepublik zu schmuggeln. Bei seiner Verurteilung wurde ihm „Menschenhandel“ vorgeworfen. Seine Erlebnisse im Gefängnis zeigten ihm, wie unmenschlich der Staat mit Häftlingen umging.

Die Klasse 6A bei der Zeitzeugenbefragung mit Burkhard Seeberg

Exkursion LWL-Römermuseum  – Klasse 6 A 

Am 23.03.18 war die Klasse 6 A im LWL-Römermuseum in Haltern am See zu Besuch, das einen Einblick in das Leben römischer Soldaten zur Zeit des Augustus ermöglichte. Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch das aus F. Erbasi und M. Siepmann bestehende Begleiterteam waren von den ausgestellten Museumsgegenständen beeindruckt. Durch zahlreiche römische Waffen, nachgebaute Übernachtungsplätze, Büsten berühmter Herrscher etc. konnte das einst in Haltern stehende militärische Lager der Römer detailreich erkundet werden, was den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gab, das in der Schule gelernte Thema „mit allen Sinnen“ nachzuerleben.
„Mit allen Sinnen“ auch deshalb, weil die Schülerinnen und Schüler (und zugegebenermaßen auch die Lehrpersonen) einige römische Werkzeuge (hier handelte es sich natürlich nicht um originale Fundstücke) auch mal hochhalten durften. So kam es nicht allzu selten zu einem „Oh“-Moment, als beispielsweise die Museumsführerin bekannt gab, das römische Soldaten mit 48 Kilo (!) schweren Rüstungen kämpfen mussten, was in heutigen Hollywood-Römer-Filmen sicherlich ganz anders dargestellt wird.
Das Highlight der Exkursion waren jedoch zweifellos die im Museum aufgestellten und aus 15000 Figuren bestehenden Playmobilsoldaten, die die damalige Übermacht des römischen Reiches verdeutlichen sollten.

Die Klasse 6 A im LWL-Römermuseum (Haltern am See)