Schulprogramm

„Die Menschen stärken, die Sachen klären“

Hartmut von Hentig

 

Herausgeber:          Galilei-Gymnasium Hamm
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59065 Hamm
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Erarbeitet von Eltern, Lehrern und Schülern

Schulleiter     Herr OStD Lapornik-Jürgens

Redaktion     Herr StD Schlinkert

Einstimmig beschlossen von der Schulkonferenz des Galilei-Gymnasiums am 08.06.2015

Vorwort

Das nachfolgende Schulprogramm beruht in weiten Teilen auf dem Programm, welches im Jahre 2005 unter der Leitung von Herrn OStD Brocker erstellt wurde. Viele Teile, vor allem die „zeitlos gültigen“, sind fast unverändert geblieben. Dies betrifft vor allem die Aussagen zu den Bildungs- und Erziehungszielen.

Durch den Gang in den gebundenen Ganztag haben sich die Rahmenbedingungen des Lernens und Lehrens sowie des Zusammenlebens in unserem Hause gravierend verändert. Zu den veränderten Zeitsignaturen zählt sicher auch die Bedeutung der Medien. Ein Schulprogramm muss auf solche Veränderungen reagieren. Zudem muss der Konsens über die Grundlagen der Arbeit immer wieder neu erarbeitet werden.

Von daher ist ein Schulprogramm eigentlich immer als „work in progress“ zu verstehen. Die Schulgemeinde selbst gibt sich das Schulprogramm, der „Betroffene ist der Planer“. Eine Reflexion über die Entwicklungsziele dient immer der Selbstvergewisserung und Standortbestimmung und kann eine Perspektive für die gemeinsame Arbeit fixieren. Außerdem können die dort formulierten Entwicklungsziele als Evaluationskriterien dienen.

Die Formulierung und Bearbeitung unserer Entwicklungsziele obliegt allen an der Schule tätigen Menschen, insbesondere den Lehrerinnen und Lehrern, aber auch den Eltern, den Schülerinnen und Schülern und weiteren pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Für eine fruchtbare Arbeit ist eine solche Partizipation notwendig und erwünscht. Außer in den gesetzlich vorgeschriebenen Mitbestimmungsgremien arbeiten Eltern, Lehrer und Schüler in der Steuerungsgruppe und in verschiedenen thematisch begrenzten Arbeitsgruppen zusammen.

Die erarbeiteten Ziele und Konzepte dienen also unserer Entwicklung. Sie sind nicht in erster Linie als „Schaufensterstücke“ für andere gedacht.

Unser Schulprogramm basiert auf zwei Säulen: dem gymnasialen Bildungsanspruch, der u.a. in amtlichen Vorgaben formuliert ist und auf der anderen Seite auf den Spezifika unseres Standorts. Alle konzeptionellen Überlegungen leiten sich daraus ab.

Zu danken ist allen, die an der Erarbeitung mitgewirkt haben.

Leitbild

Gymnasialer Bildungsanspruch

Die Schulform „Gymnasium“ hat in unserer Bildungslandschaft einen festen Standort. Auch in der Stadt Hamm ist sie – gemäß einer Umfrage unter Eltern von Grundschulkindern, die kurz vor einem Wechsel in die Sekundarstufe I stehen – die mit Abstand beliebteste Schulform in der Sekundarstufe. Was unterscheidet das Gymnasium von den anderen Schulformen, was bedeutet gymnasiale Bildung?

Legt man zunächst das Schulgesetz zugrunde, so werden als Spezifika des gymnasialen Bildungsgangs „… eine vertiefte allgemeine Bildung, die sie [die Schülerinnen und Schüler] entsprechend ihren Leistungen und Neigungen durch Schwerpunktbildung befähigt, nach Maßgabe der Abschlüsse in der Sekundarstufe II ihren Bildungsweg an einer Hochschule oder auch in berufsqualifizierenden Bildungsgängen fortzusetzen.“[1]

Was bedeutet nun „…eine vertiefte allgemeine Bildung“ nach unserem Verständnis? Bildung lässt sich aus unserer Sicht nicht allein auf einen Kanon von Wissen und Kompetenzen reduzieren. Gebildet sein heißt auch, bestimmte Haltungen entwickelt zu haben und diese zu pflegen und weiter auszubauen. Bildung ist demnach eine lebenslange Entwicklungsaufgabe. Die Schule, unser Gymnasium, kann zusammen mit den Eltern die Grundsteine für eine solche Haltung legen.

Fachliche Kompetenzen stellen ein zentrales Standbein für eine vertiefte Bildung dar. Das Gymnasium bietet den Schülerinnen und Schülern an, sich bei einer entsprechender Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft auf wissenschafts-propädeutischem Niveau Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen, die ihnen eine emanzipierte Auseinandersetzung mit der Welt ermöglichen. Dazu zählen eine ethische Grundhaltung, eine kulturelle Grundbildung, die den Schülerinnen und Schülern eine Teilhabe am kulturellen Leben gestattet ebenso wie die Kenntnis mehrerer Fremdsprachen oder ein naturwissenschaftliches Basiswissen, welches naive „black box“- Vorstellungen durch rationale Erklärungsmöglichkeiten ersetzen kann. „Die Sachen klären“: Diese Aufgabe auf anspruchsvollem Niveau in Angriff zu nehmen, entspricht einem spezifisch gymnasialen Profil.

Dieses Ziel einer vertieften allgemeinen Bildung steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Damit ist klar, dass Bildung nicht auf „Ausbildung“ reduziert werden kann, auch wenn ein gelungener Bildungsprozess am Gymnasium eine weitere Anschlussfähigkeit in alle Richtungen beruflicher Weiterentwicklung impliziert, insbesondere eine Studierfähigkeit mit sich bringt. „Bildung ist in diesem Verständ­nis kein handliches oder Prestige si­cherndes Gut, über das der Bil­dungsbürger verfügen kann. Bil­dung ist vielmehr die andauernde Anstrengung, mit der die Person die Welt erkennt, sich eine morali­sche Orientierung erwirbt und danach handelt. Jede Erfahrung gleicht sie dazu in Rückbeugung auf sich selbst und auf vorangegan­gene Erfahrungen ab, im Bewusstsein dessen, dass es ein abgeschlos­senes Wissen nicht gibt, auf das sie sich einfach stützen könnte.“[2]

Das bedeutet nun keineswegs, dass am Galilei-Gymnasium die Vorbereitung des Studien- und Berufswahl vernachlässigt würde. Im Gegenteil: Gerade das besondere gymnasiale Ziel einer Studierfähigkeit unterlegen wir durch verschiedene Elemente unseres Konzepts zur Studien- und Berufswahl, so auch durch unsere Kooperationen mit den beiden in Hamm ansässigen Fachhochschulen. Das Galilei-Gymnasium pflegt andererseits Kooperationen mit verschiedenen Wirtschaftsbetrieben und wurde im Jahr  2014 zum zweiten Mal mit dem Gütesiegel „Schule und Beruf“ rezertifiziert.

Der Unterricht am Gymnasium unterliegt dem Prinzip der Fachlichkeit. Wissenschaftspropädeutisches Arbeiten soll die Schülerinnen und Schüler befähigen, nach dem Abitur eine Hochschule zu besuchen und erfolgreich ein Studium zu absolvieren.

Die Unterrichtsentwicklung obliegt demnach natürlicherweise vor allem den Fachkonferenzen[3]. Diese können bei der Umsetzung neuer unterrichtlicher Ansprüche (z.B. Kompetenzorientierung mit der Erarbeitung und Erprobung der hausinternen Lehrpläne oder Individualisierung) die spezifischen Bedingungen und Ansprüche ihrer Fächer in angemessener Weise berücksichtigen. Die Umsetzung der Vereinbarungen wird ausgewertet; auf der Basis dieser Erfahrungen werden die Pläne und Vereinbarungen ggf. überarbeitet. Notwendige Absprachen zwischen affinen Fächern werden von den Fachbereichskoordinatorinnen herbeigeführt.

In der Verbindung zwischen gymnasialem Anspruch und den besonderen Bedingungen des Standorts (s.u.) soll ein gemeinsam erarbeitetes und vereinbartes Unterrichtsleitbild Grundlage für unseren Unterricht sein. Allgemeine Grundsätze, die für alle Fächer gemeinsam gelten, sollen hier festgelegt werden. Alle am Unterricht beteiligten Gruppen können sich darauf berufen und die Umsetzung der hier vereinbarten Prinzipien einfordern. Ein solches Leitbild kann für unser Haus identitätsstiftend sein und dient auch dazu, allen Menschen, die neu in die Arbeit am Galilei-Gymnasium eintreten, als Leitfaden Orientierung zu geben.

Welche Bemühungen der Schule dienen dazu, diese Ziele zu erreichen? Unser Bildungsangebot steht in einem Spannungsfeld von „fördern“ und „fordern“[4]. Schülerinnen und Schüler angemessen zu fordern, entspricht nicht nur dem Anspruch des Gymnasiums, sondern auch den Erkenntnissen der Lernpsychologie. Außerdem ist ein anspruchsvoller Unterricht auch Indikator eines respektvollen Umgangs mit den Schülerinnen und Schülern. Der Bildungsanspruch des Gymnasiums muss daher vor allem im Unterricht und durch Unterricht transportiert werden, zusätzliche Angebote sind als „Anreicherung“ zu verstehen.

Bereits zu Beginn der Erprobungsstufe wollen bei den Schülerinnen und Schülern methodische Grundkompetenzen grundgelegt werden, die ihnen ein erfolgreiches Arbeiten am Gymnasium ermöglichen. In einem Projekt zum „Lernen lernen“ arbeiten die Schülerinnen und Schüler aus dem Leistungskurs Pädagogik in der Qualifikationsphase mit unseren Neuankömmlingen an dem von ihnen ausgearbeiteten  Konzept „Lernen will gelernt sein.

Das Galilei-Gymnasium ist – als einziges Gymnasium in Hamm – eine der ausgewählten „Pilotschulen“ für die Einführung so genannter „I-Pad-Klassen.“ Teil unseres Medienkonzepts ist dementsprechend das Konzept für die Arbeit mit I-Pads im Unterricht.

Besonders begabte Schülerinnen und Schüler sollen bei uns ebenso in besonderer Weise gefördert werden wie solche, die aufgrund sozialer Benachteiligungen oder schwacher Leistungen eine besondere Hilfestellung brauchen. Vor allem aber müssen den Schülerinnen und Schülern der Erwerb von Wissen und der Aufbau von Kompetenzen dadurch ermöglicht werden, dass der in der Stundentafel vorgesehene Unterricht auch tatsächlich erteilt werden kann. Die notwendige Personalausstattung immer wieder von der Politik und von der Behörde einzufordern, gehört daher zu den Grundsätzen unseres Schulprogramms.

Auch durch die knappe Personalausstattung wird das Kollegium bisweilen über die Maßen belastet. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, junge Eltern unter den Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. Unser Konzept zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf dokumentiert diese Grundsätze. Eine vom Lehrerrat zusammengestellte Gruppe von Kolleginnen und Kollegen sucht zusammen mit der Schulleitung nach Möglichkeiten innerschulischer Entlastung, soweit dies von uns selbst beeinflussbar ist. In einer Fortbildung zur Salutogenese wurden auch individuelle Möglichkeiten der Prävention vermittelt.

Die Schule an ihrem Standort

Eine Schule kann nur an ihrem Standort verstanden werden. Zusammen mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag des Gymnasiums ergeben sich daraus für uns die konkreten Entwicklungsaufgaben. Diese bestimmen die Themen unserer Jahresarbeitspläne, die von der Steuerungsgruppe formuliert und von der Schulkonferenz beschlossen werden. Diese Arbeit mündet in den verschiedenen Konzepten, die als Teile des Schulprogramms unsere Arbeit strukturieren und allen Beteiligten Handlungssicherheit und Orientierung geben sollen. Die Konzepte sind natürlich immer wieder auf ihre Tragfähigkeit hin zu überprüfen und ggf. zu revidieren. Wie oben bereits angedeutet, sind nicht alle angestrebten Konzepte bereits abschließend erarbeitet und beschlossen („work in progress“).

Vor 42 Jahren, am 1. Januar 1971, wurde das damalige Staatliche Gymnasium II, bis zu diesem Zeitpunkt eine Dépendance des Gymnasiums Hammonense, unter dem Namen „Galilei-Gymnasium“ selbstständig.  Es folgte eine wechselvolle Geschichte, in deren Verlauf die Existenz der Schule an diesem Standort infrage stand. Auch aufgrund einer eindrucksvollen Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger der nördlichen Stadtteile von Hamm blieben das Galilei-Gymnasium und damit die Schulform „Gymnasium“ hier erhalten. Diese Zusage gab es auch im Schulentwicklungsplan der Stadt Hamm, dessen Ziele von der Schulkonferenz des Galilei-Gymnasiums begrüßt wurde.

Die Menschen des Umfelds haben also unsere Schule zu „ihrem“ Gymnasium gemacht. Auf der Basis dieses Vertrauens verstehen wir unsere Arbeit auch als gesellschaftlichen Auftrag und als Teil der Stadtentwicklung.

Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule entstammen sehr verschiedenen sozio-kulturellen Umgebungen. Nach dem Ende des Bergbaus hat auch im Norden der Stadt Hamm ein Strukturwandel stattfinden müssen. Viele Familien unserer Schülerinnen und Schüler waren dem Bergbau eng verbunden. Der vergleichsweise hohe Migrantenanteil in unserer Schülerschaft (derzeit ca. 46 %) hängt unmittelbar damit zusammen. Viele der polnisch- oder türkischstämmigen Schülerinnen und Schüler sind Nachfahren der eingewanderten Bergleute in der 4. Generation.  Dies gilt aber ebenso für Kinder, deren Familien in Deutschland Asyl suchen als auch für  viele deutschstämmige Kinder. Dass uns es unter diesen Bedingungen in besonderer Weise am Herzen liegt, die Kinder zu einem respektvollen Umgang ohne rassistische Ausfälle zu erziehen, liegt nahe.

Auf Initiative unserer SV hat sich die Schule erfolgreich  um das Zertifikat „Schule ohne Rassismus“ beworben. In unserem Elternarbeitskonzept erarbeiten wir Strukturen, die eine erfolgreiche Kontaktaufnahme mit Eltern von Migrantenkindern befördern. Eine Lehrerfortbildung hat sich in den Ferien mit dem Thema: „Tür- und Angelgespräche mit türkischen Eltern“ befasst.

Die regelmäßige Teilnahme unserer Schule an internationalen Austausch-programmen (Comenius und Erasmus+)  trägt sicherlich auch zu einem besseren Verständnis anderer Kulturen bei und fördert einen respektvollen und toleranten Umgang miteinander ohne rassistische Ressentiments. Dies gilt in besonderer Weise für den Austausch mit polnischen und türkischen Schulen.

Im Einzugsbereich unserer Schule finden sich andererseits auch Familien, die sich als „bildungsbürgerlich“ charakterisieren lassen. Deren Kinder bringen von zuhause bereits recht elaborierte sprachliche Kompetenzen und eine kulturelle Grundbildung mit. Gerade sehr begabte Kinder liegen uns besonders am Herzen. Durch die Kooperation mit den einheimischen Fachhochschulen und die Anmeldung zu verschiedenen Wettbewerben bieten wir ihnen über normale binnendifferenzierende Maßnahmen hinaus die Gelegenheit, für ihre besonderen Begabungen adäquate Aufgabenfelder zu finden. Darüber hinaus kann das Angebot der KLASSE BIG BAND gerade auch für diese Schülerinnen und Schüler eine zusätzliche Herausforderung darstellen. In der gymnasialen Oberstufe kommt unser Literaturkurs hinzu.

Außerdem führen wir seit einigen Jahren am Schuljahresende eine „Bestenehrung“ durch.

Zentrale Aufgabe unserer Schule ist also die Integration der Schülerinnen und Schüler dieser unterschiedlichen Provenienz mit dem Ziel einer gymnasialen Bildung, die letztlich auch zu einer Studierfähigkeit führen soll. Zentrale Erziehungsziele müssen Respekt und Anstrengungsbereitschaft sein, soll dieses Ziel erreicht werden. Unsere schulischen Konzepte müssen sich daran ausrichten.

Seit dem Schuljahr 2010/2011 bietet unsere Schule den „gebundenen Ganztagsbetrieb“ an. Der Erfolg dieses Modells – seit seiner Einführung wurde in jedem Anmeldejahrgang die Prognose des Schulentwicklungsplans jeweils um eine ganze Klasse, d.h. um ca. 30 Schülerinnen und Schüler  übertroffen – bestätigt diese Entscheidung eindrucksvoll: Offenbar wird die Bedürfnislage der Menschen in  den nördlichen Stadtteilen genau getroffen. Veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen verlangen auch im Schulbereich veränderte bzw. angepasste Strukturen. Der Ganztagsbetrieb kommt zunächst einmal den berufstätigen Eltern entgegen: Ihr Kind ist mindestens an drei Tagen in der Woche bis 15.00 Uhr sicher aufgehoben und kann täglich – nach dem Bau unserer schönen Mensa, für die wir sehr dankbar sind – auch ein warmes Mittagessen zu einem fairen Preis einnehmen.

Unsere Aufgabenkonzepte tragen ebenfalls den besonderen Bedingungen des Ganztags Rechnung, ohne den gymnasialen Anspruch zu vernachlässigen.

Die große Vielfalt in unserer Schülerschaft hinsichtlich ihrer Herkunft und Sozialstruktur, die wir als spezifische Chance begreifen, aber auch hinsichtlich ihrer Vorkenntnisse und ihrer Leistungsfähigkeit  benötigt eine differenzierte Förderung. Dies bezieht sich aus unserer Sicht ausdrücklich nicht allein auf den „unteren Rand“ der Begabungen, sondern  ebenso auf die vielen begabten, bisweilen sehr begabten Schülerinnen und Schüler, die an unserer Schule gebildet werden sollen. Die unterschiedlichen Bedingungen und Möglichkeiten der Elternhäuser dürfen nicht entscheidend sein für den Bildungserfolg der Kinder. Hier gilt es, fehlende Ressourcen zu kompensieren und gleichzeitig alle Schülerinnen und Schüler, die gute Voraussetzungen mitbringen, zu optimalen Leistungen anzuspornen. Diese besondere Verbindung aus „Fördern“ und „Fordern“ steht im Zentrum unserer Arbeit an diesem Standort. Die Sorge um die benachteiligten Kinder darf nicht verhindern, dass ein gymnasiales Niveau angestrebt und auch erreicht wird. Kein Kind soll hinter seinen Möglichkeiten zurückgelassen werden. Dieser Gedanke prägt unser Unterrichtsleitbild ebenso wie unser Förderkonzept, welches mit den Möglichkeiten des Ganztags verknüpft werden muss.

Viele unserer Schülerinnen und Schüler haben Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BUT). Im Rahmen eines kommunalen Programms arbeiten zwei Bildungsbegleiterinnen in wöchentlichen Sprechzeiten daran, Vorbehalte bei Eltern und Schülerinnen und Schülern gegen eine Inanspruchnahme abzubauen und sie bei den Antragstellungen zu beraten. Die Bildungsbegleiterinnen arbeiten eng mit unserer Schulsozialarbeiterin, dem Schulsekretariat und mit den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern zusammen.

Neben den Lernzeiten, die alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I besuchen, wird denjenigen Schülerinnen und Schülern, deren Eltern nur wenige oder keine Möglichkeiten haben, diese bei ihren schulischen Aufgaben zu unterstützen, ein individuelles Lerncoaching angeboten werden. Unsere Schule arbeitet daher zurzeit – als einziges Gymnasium in Hamm –  in einer Arbeitsgruppe des Projekts „Zukunftsschulen NRW“[5] mit.

Um die verschiedenen außerunterrichtlichen Förderangebote zu koordinieren und unter ein Dach zu bringen, wurde auf Initiative einer Kollegin und eines sozialwissen-schaftlichen Kurses unsere Schülerfirma „Die Schülerinsel“ gegründet. Davon profitieren auch die Schülerinnen und Schüler des sozialwissenschaftlichen Kurses, der die betriebswirtschaftliche Seite der Firma führt und dabei von BWL-Studenten einer kooperierenden Hochschule unterstützt wird.

Um unsere Ziele erreichen zu können, ist außerdem eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen unseres Umfelds im Norden der Stadt Hamm unerlässlich. Hier ist insbesondere die Beziehung zu den Grundschulen konstitutiv. Der Übergang auf das Gymnasium muss bewusst gestaltet werden, gegenseitige Information und ständige Kommunikation sind dafür Voraussetzung. Dieser Prozess wird seit einiger Zeit bewusst von uns vorangetrieben. Durch die Mitarbeit im Präventionsprojekt „Kein Kind zurücklassen“ konnten wir Einfluss nehmen auf eine gemeinsame Vereinbarung aller Hammer Grundschulen zum Verfassen der Übergangsgutachten und der damit verbundenen Schulformempfehlungen.

Bereits an dieser Stelle werden die Eltern in den Grundschulen über unser Musikprojekt „KLASSE BIG BAND“ informiert. In den Jahrgangsstufen 5 – 7 ist jeweils eine der vier Parallelklassen eine explizite „Big-Band-Klasse“. Die Proben der Band werden nach einem Beschluss der Schulkonferenz in den Stundenplan integriert.

Die Schülerinnen und Schüler der „b“-Klassen (Jahrgangsstufen 5-7) bilden im Rahmen des Musikunterrichts einmal pro Woche eine Big Band und proben gemeinsam an ihren Instrumenten.

Im Rahmen unseres Elterneinbindungskonzepts bieten wir zu Beginn eines jeden Schuljahres für die Eltern der neuen Fünftklässler unser „Willkommenspaket“ an. Dabei handelt es sich um eine Reihe von abendlichen Fortbildungsveranstaltungen, in denen neben einer allgemeinen Information über die Schullandschaft in NRW und die besonderen Bedingungen und Vereinbarungen an unserer Schule auch Informationen über Hilfen zur Begleitung des häuslichen Lernens vermittelt werden. Alle teilnehmenden Eltern werden zum Schluss zertifiziert und können später selbst als Elternlotsen und Kontaktpersonen die Eltern des nachfolgenden Jahrgangs unterstützen. Hier streben wir einen besseren Kontakt zu Eltern mit Migrationshintergrund an, auch mit dem Ziel, diese immer mehr zur Mitarbeit in den Mitbestimmungsgremien zu ermutigen.

Auch zu den anderen Schulen bestehen gute Verbindungen. Dies betrifft insbesondere die Zusammenarbeit mit den Realschulen[6]; darüber hinaus bestehen auch fruchtbare Kontakte zur Hauptschule und zur Gesamtschule in unserer Nähe. In der von unserer Schule wiederbelebten „Großen Runde Hammer Norden“ treffen sich die Schulleitungen aller Schulen und Schultypen der nördlichen Stadtteile zu einem regelmäßigen Austausch.

Unsere Schulsozialpädagogin unterstützt unsere Bildungsarbeit in verschiedener Hinsicht. Ihre Arbeit ist für uns unverzichtbar. Das Kollegium hat eine Lehrerstelle freigegeben, um die Schulsozialarbeit zu ermöglichen.

An unserem Standort arbeiten wir darüber hinaus sehr gut mit verschiedenen weiteren Einrichtungen unseres Umfelds zusammen. Die Geldinstitute und viele Wirtschaftsunternehmen gehören seit Jahren zu den festen Partnern unserer Schule. Nicht von ungefähr wurde unsere Schule aufgrund unseres Berufsbildungskonzepts im Jahr 2014 bereits zum dritten Mal mit dem Gütesiegel Schule und Beruf“ ausgezeichnet („re-re-zertifizert“). In unserem „Berufsorientierungsbüro“ („BOB“) können sich die Schülerinnen und Schüler über alle Themen, die mit der Studien- und Berufswahl zusammenhängen, informieren. Einmal in der Woche steht ihnen dort auch eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Seit einiger Zeit gibt es auch Kooperationsverträge mit den beiden in Hamm ansässigen Fachhochschulen, die nach und nach mit Leben gefüllt werden.

Traditionell gut ist die Zusammenarbeit mit den Kirchen in unserem Stadtteil. Neben der katholischen und der evangelischen Gemeinde, die uns in vielerlei Hinsicht in unserer Bildungsarbeit unterstützen, haben wir auch Verbindungen zu den Vertretern der muslimischen Gemeinde.

Die Kooperation mit den heimischen Sportvereinen ist traditionell gut und hat durch die Arbeit im gebundenen Ganztag nochmals einen Intensivierungsschub bekommen. Vereinsvertreter bieten verschiedene Arbeitsgemeinschaften an. Wir profitieren von deren Kompetenzen und von ihren Verbindungen.  Zudem ist das Galilei-Gymnasium als „Schule des Volleyballs“ und als „Partnerschule des Fußballs (DFB)“ zertifiziert.

Unsere Kontakte zum Stadtteilzentrum Nord liegen schon aus geographischen Gründen nahe. Wir sind für die vielen unkomplizierten Hilfen dankbar, die wir in verschiedensten Kontexten von dort erhalten haben. Schülerinnen und Schüler des Galilei-Gymnasiums sind andererseits in verschiedensten Projekten in Kooperationen eingebunden.

Seit einiger Zeit haben wir das Glück, dass in unmittelbarer Nähe zu unserer Schule das neue Schulpsychologische Lernzentrum (SPLZ) seine Arbeit aufgenommen hat. Von den Kenntnissen der Psychologen haben unsere Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Kolleginnen und Kollegen bereits oft profitiert.

Unsere Beziehungen zum Schulumfeld sind vielfältig und intensiv. Dies betrifft aber auch unsere Zusammenarbeit mit dem Schulträger im Allgemeinen. Das Galilei-Gymnasium arbeitet in einer Arbeitsgruppe zum Projekt Kein Kind zurücklassen mit. Diese Kontakte sind hilfreich, um schulformübergreifende Konzepte zu den  Übergängen zu erarbeiten, etwa ein integriertes Sprachförderkonzept.

Die Stadt Hamm, unser Schulträger, kümmert sich um die Raumausstattung unserer Schule. Verschiedene Renovierungen (Leitungen, naturwissenschaftliche Räume, zuletzt unsere Aula) haben die Lern- und Arbeitsbedingungen verbessert. Mit Übergang in den gebundenen Ganztag hat die Stadt Hamm am Galilei-Gymnasium eine neue Mensa mit ca. 120 Plätzen errichtet, die uns über die Verpflegungsfunktion hinaus bisweilen auch als Versammlungsraum zur Verfügung steht. Insbesondere durch den Gang in den gebundenen Ganztag gibt es auch weiterhin einen gewissen Raumbedarf für zusätzliche pädagogische Angebote. Zudem bedarf unser Lehrerzimmer dringend einer Erweiterung.

Die vielfältigen Aufgaben, die unsere Schule zu bewältigen hat, können nicht immer vollständig aus Mitteln der öffentlichen Hand finanziert werden. Außerdem treten bisweilen Situationen ein, in denen bedürftige Schülerinnen über die amtlichen Förderungen hinaus der Hilfe bedürfen. Wir sind froh, dass uns unser Förderverein in solchen Fällen zur Seite steht, um uns zu unterstützen.

Der Verein tritt auch an anderer Stelle in Erscheinung. Er unterstützt die Arbeit unserer Klassen BigBand und hat mit einer beträchtlichen Summe die technische Ausstattung der renovierten Aula finanziert. Da der Verein seine Mittel im Wesentlichen aus Mitgliederbeiträgen aquiriert, ist ein hoher Organisationsgrad von Bedeutung. Diesen zu erreichen, bleibt ein permanentes schulprogrammatisches Ziel.

Das Zusammenleben vieler unterschiedlicher Menschen, das Ringen um Anerkennung und Selbstbehauptung führen unweigerlich zu Konflikten. Für eine gute Zusammenarbeit ist es notwendig, eine Streitkultur zu entwickeln, die einer Verfestigung von Konfliktlinien entgegen wirkt. Als Streitschlichter ausgebildete SchülerInnen helfen Konfliktparteien, ihre Betroffenheit darzulegen und im Dialog gemeinsame Lösungen für ihre Konflikte zu finden.

In den letzten Jahren nahmen vor allem in den Jahrgängen der neu aufgenommenen Schülerinnen und Schüler die Respektlosigkeiten zu. Zusammen mit dem Träger unserer Ganztagseinrichtung, der AWO, bearbeiten wir diese Schwierigkeiten dadurch, dass wir in den Unter- und einigen Mittelstufenklassen ein Coolnesstraining“, ein altersspezifisches Sozialtraining, durchführen. Die Evaluation zeigt, dass mit dieser Maßnahme durchaus positive Effekte erzielt werden.

Wir stellen fest, dass durch die stark veränderten Sozialisationsbedingungen (etwa die Veränderung der Medienwelt) immer häufiger pubertäre Jungen Schwierigkeiten bereiten. Wir wollen darauf mit der Erarbeitung eines Konzepts zur Jungenpädagogik reagieren. Auch hier werden wir von der erstklassigen Zusammenarbeit mit der Schulpsychologin in der Regionalen Schulberatungsstelle  profitieren können.

Die konkreten Regeln unseres Zusammenlebens haben wir in unserem Pädagogischen Grundkonsens  (inklusive Hausordnung) zusammengefasst, der von allen Schülerinnen und Schülern und allen Eltern bei der Aufnahme in unsere Schule bestätigt wird.

Bereits seit vielen Jahren unterstützt unsere Schule kontiniuerlich das Hammer Forum bei der Durchführung eines ihrer Projekte, zurzeit ein „Milchküchenprojekt“ im Kongo. Diese Verpflichtung, anderen, hilfsbedürftigen Menschen zu helfen, hat neben den konkreten finanziellen Zuwendungen auch einen beabsichtigten erzieherischen Effekt. Unsere Entwicklungshilfe-AG bekommt so einen konkreten Bezugspunkt für ihre Arbeit, und durch die Unterstützung einer lokal ansässigen Hilfsorganisation werden die Adressaten wenigstens teilweise „entanonymisiert“.

Grundprinzipien unserer pädagogischen Arbeit

„Unterrichten und Erziehen“[7]

Am Galilei-Gymnasium begreifen wir Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern unser tägliches Tun als ganzheitlichen Prozess, der eine fachlich umfassende und grundlegende Allgemeinbildung anstrebt. Diese zentralen Tätigkeitsfelder bestimmen für alle Beteiligten ihre Planungen und Ausführungen im schulischen Zusammenleben. Sie sind Freiheit und Verpflichtung, um Lernen und Lehren im Sinne des Bildungs- und Erziehungs­auftrages bis hin zu konkreten Situationen im Klassenraum durchzuführen. Allgemeine Grundsätze unserer Unterrichtsarbeit haben wir in unserem Unterrichtsleitbild formuliert, welches für alle im Unterricht am Galilei-Gymnasium tätigen Menschen verbindlich ist.

„Fördern und Fordern“

Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern unterstützen die Bereitschaft zum Lernen, sie bauen Lernhindernisse ab und schaffen eine authentische Lernatmosphäre zu Hause und im Unterricht. Dazu muss jeder Einzelne in seinen Stärken gestärkt und in seinen Schwächen ernst genommen werden. Voraussetzung ist die Anstrengungsbereitschaft eines jeden, damit er dieses Ziel auch mit Blick auf die anderen erfolgreich angehen kann.

„Aufeinander achten“ und „Gemeinsam arbeiten“

Unser Galilei-Gymnasium ist ein Lebens- und Erfahrungsraum, in dem der Einzelne die Notwendigkeit, die Vorteile und den Preis des Lebens in der Gemeinschaft erfährt. Er lernt an diesem Modell, auf seinen Gegenüber einzugehen und er erfährt Grundbedingungen eines friedlichen, gerechten und geregelten Zusammen­lebens.

Wir alle, Schülerinnen und Schüler, Eltern und Sekretärinnen, Lehrerinnen und Lehrer, Hausmeister und Reinigungskräfte, möchten geachtet und respektiert werden. Deshalb verpflichten wir uns, auch alle anderen so zu behandeln, wie wir es für uns erwarten. Gemeinsam übernehmen wir die Verantwortung für

  • die Achtung vor der Würde des anderen
  • ein friedliches Zusammenleben mit Fairness und Freundlichkeit
  • ein erfolgreiches Arbeiten
  • den Zustand unserer Schule

Mit dem Leitbild verpflichten sich Lehrende, Lernende und Eltern auf unseren Pädago-gischen Grundkonsens.

Die notwendigerweise eher abstrakten Vorstellungen eines Leitbildes sollen konkret werden im alltäglichen Handeln jedes Einzelnen und im Zusammenwirken der Gruppen in unserem Haus. In der Alltagswirklichkeit muss sich immer wieder die Glaubwürdigkeit unserer Leitvorstellungen beweisen. Unser tatsächliches Handeln wird bei diesem anspruchsvollen Vorhaben nicht frei von Fehlern sein. Wir sollten uns um eine gewisse Toleranz gegenüber Fehlern bemühen, sie zulassen; in jedem Fall aber akzeptieren, mit deren Wirkungen angemessen umzugehen.

Unser Namensgeber hat sich in seinem Leben unablässig bemüht, die Welt und viele ihrer Gesetzmäßigkeiten zu verstehen. Galilei war ein aufgeschlossener Mann, der sich denkend und praktisch handelnd anstrengte, die Sachen zu klären und damit den Menschen zu stärken.

Mit seiner Haltung, mit seinem Tun ist er uns Vorbild. Unser Programm: Die Menschen stärken –  die Sachen klären – diesen Gedanken formulierte Hartmut von Hentig, ein bedeutsamer Pädagoge unserer Zeit. Wir machen uns seinen Gedanken zueigen. Wertschätzung und Vertrauen sowie der gymnasiale Anspruch sollen also unsere Arbeit prägen.

Wir sind anstrengungsbereit und wollen etwas leisten, um im gymnasialen Bildungsprozess unsere Persönlichkeit auszubilden und weiterzuentwickeln. Jeder von uns muss darum aus sich herausholen, was in ihm steckt, um diesen Bildungsprozess verantwortlich zu gestalten. Dabei ist der Einzelne so wichtig wie seine Verantwortlichkeit für den Anderen. Wir wollen vorbereiten auf Studium und Beruf, wollen die Voraussetzungen ermöglichen, das Leben verantwortlich mitzugestalten.

Das Anliegen unseres Gymnasiums ist das tägliche und konsequente Bemühen um einen guten Unterricht und eine positiv wirksame Erziehung.

Um hier erfolgreich zu sein, wollen wir uns in Anspruch nehmen und nehmen lassen: In Kürze gesagt ist uns Folgendes besonders wichtig:

FORDERN UND FÖRDERN –

AUFEINANDER ACHTEN –

GEMEINSAM LERNEN.

Unser Leitbild gibt hierzu Auskunft und Anleitung.

Hamm, im Dezember 2006
Paul Brocker
Schulleiter

Hamm, im Dezember 2014
Reinhard Lapornik-Jürgens
Schulleiter

Die Erprobungsstufe am Galilei-Gymnasium

Entsprechend den Vorgaben der seit dem 16. Juni 2014  geltenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe l (APO Sl) ist die Erprobungsstufe, das sind die Klassen 5 und 6, am Galilei-Gymnasium gestaltet. Im Folgenden sind die Schwerpunkte und Ziele der unterrichtlichen und pädagogischen Arbeit in der Erprobungsstufe am Galilei-Gymnasium aufgeführt.[8]

  1. Kennenlernen

Nach dem Abschluss der Grundschule die Klasse 5 des Gymnasiums zu besuchen, bedeutet den Eintritt in die Sekundarstufe. Die Umstellung von der Grundschule auf das Gymnasium kann für Kinder mitunter nicht leicht sein: eine andere Umgebung, neue Mitschüler/innen und neue Unterrichtsfächer, für fast jedes Fach ein anderer Lehrer und insgesamt mehr und andere Lernanforderungen.

Die speziell für die neuen Schülerinnen und Schüler jeweils zum Kennenlernnachmittag vor den Sommerferien ausgeteilte „Kennenlern-Zeitung“ „Von uns für euch“, von Schülerinnen und Schülern der Klassen 5, 6 oder 7 vorbereitet und gestaltet, stellt den Neuen und ihren Eltern das Galilei-Gymnasium und vieles, was mit ihm zusammenhängt, in unterhaltsamer und informierender Form vor.

Eine erste Information geschieht vorab jedoch in jedem Jahr auch schon an einem Tag der offenen Tür, der jeweils vor den Anmeldeterminen Eltern und Kindern der 4. Grundschulklassen sowie den Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen einen Einblick in Arbeit, in den Unterricht und die zahlreichen außerunterrichtlichen Angebote an unserem Ganztags-Gymnasium, auch im nachmittäglichen AG- und Förderbereich, bietet. Gerade an diesem Tag ist ein intensiver Austausch zwischen Eltern, Schülerinnen und Schülern und Lehrern möglich. Unterrichtsbesuche, Gebäudeführungen, Gespräche bei Kaffee und Kuchen in dem von der Elternschaft eingerichteten Elterncafé werden angeboten. Musik, Kunst,  Theaterprojekte,  auch die Naturwissenschaften und  die Fremdsprachen stellen sich vor. Am Tag der offenen Tür kann jeder das Galilei-Gymnasium so kennen lernen, wie es ist.

Der genaue Termin wird frühzeitig bekannt gegeben und eine entsprechende Einladung bzw. Programminformation wird rechtzeitig den Grundschulen zugeleitet und kann auf diese Weise von den Eltern bezogen werden.

Die 5. und 6. Klasse bilden am Galilei-Gymnasium eine pädagogische Einheit, die Erprobungs­stufe. Der Übergang von Klasse 5 nach Klasse 6 erfolgt dabei ohne Versetzungsentscheidung. Die in der Klasse 5 eingesetzten Lehrer unterrichten die Kinder in der Regel bis zum Ende der Klasse 6, so dass eine kontinuierliche Unterrichtsarbeit und vor allem eine beständige pädagogische Begleitung  gewährleistet sind. 

  1. Übergang von der Grundschule zum Gymnasium

Die Arbeit in der Erprobungsstufe am Galilei-Gymnasium knüpft an die Arbeit in der Grundschule an und führt  in angemessenen Schritten zur Arbeitsweise des Gymnasiums. Die Kolleginnen und Kollegen der Erprobungsstufe arbeiten deshalb mit den Lehrerinnen und Lehrern der  Grundschule zusammen, indem bereits am Ende der vierten Klasse und im Verlauf des 5. Schuljahres gegenseitige Hospitationen im Unterricht an den Grundschulen sowie am Galilei-Gymnasium mit einem anschließendem Austausch stattfinden.

Selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen hat bei der Arbeit im Unterricht und in der Lernzeit einen hohen Stellenwert. So werden z.B. im Rahmen des Deutschunterrichts Jugendbuchlektüren projektorientiert durchgeführt oder in den Erdkundeunterricht Phasen des  ,Stationenlernens‘ integriert. Dem Einüben und Trainieren unterschiedlicher Methoden wird durchgängig eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt mit dem Ziel, bei den Schülerinnen und Schülern eine größere Selbstständigkeit und Eigenverantwortung im schulischen Lern- und Arbeitsprozess zu erreichen.

In der Klasse 5 steht zudem eine so genannte Klassenleiterstunde auf dem Plan, in der zusätzlich Zeit für das Kennenlernen, für Regeln des sozialen Miteinanders, für Organisatorisches und für Fragen zu den kleinen Sorgen und Nöten, die zu Beginn an einer neuen Schule auftauchen können, zur Verfügung steht.

In engem Kontakt mit den Grundschulen, aus denen Schülerinnen und Schüler am Galilei-Gymnasium angemeldet werden, wird auf den regelmäßig stattfindenden Erprobungsstufenkonferenzen über die individuelle Entwicklung der Kinder beraten, auch über besondere Fördermöglichkeiten und etwaige Schwierigkeiten, deren Ursachen und mögliche Wege zu ihrer Überwindung. In  Beobachtungsbögen werden zu jeder Erprobungsstufenkonferenz Anmerkungen, zur Arbeitsweise, zur Leistungsfähigkeit und zum Sozialverhalten eines Kindes festgehalten. Auch die jeweiligen Zeugnisnoten werden in diesen Bögen dokumentiert, sodass am Galilei-Gymnasium ein kontinuierlich erfasster Überblick über die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler festgehalten wird. Denn am Ende der zweijährigen Erprobungsstufenzeit wird darüber entschieden, ob ein Kind das Gymnasium weiter besuchen wird oder ob eine andere Schulform als  Förderort für das Kind geeigneter erscheint.

Im Rahmen schulischer Fördermöglichkeiten erhalten derzeit alle Schülerinnen und Schüler im gebundenen Ganztag die Gelegenheit, in zwei zusätzlichen Unterrichtsstunden („Förderbandstunden“) wahlweise in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik selbstständig angepasstes Fördermaterial zu bearbeiten. Mit Hilfe dieses erhöhten Zeitvolumens können individuell unterschiedliche Kenntnisstände besser erkannt und angeglichen werden. Gleichzeitig soll auf diese Weise eine gute Grundlage für die Arbeit in der Mittelstufe gelegt werden.

Im Rahmen unseres Ganztagsangebotes werden die Kinder zudem zweimal in der Woche in der Lernzeit von jeweils zwei Lehrern je Klasse bei den schriftlichen Aufgaben sowie beim Lernen, Üben und Wiederholen betreut.

In der zusätzlichen Hausaufgabenbetreuung, die als Ergänzung täglich im Nachmittagsbereich angeboten und von älteren, besonders ausgewählten, Schülern durchgeführt wird, können die Kinder unter Aufsicht ihre Aufgaben erledigen. Sie erhalten dabei, falls nötig, in Grundzügen fachliche Unterstützung und sind in dieser Zeit verlässlich am Galilei-Gymnasium aufgehoben.

  1. Zusammenarbeit mit den Eltern

Dass am Galilei-Gymnasium auch eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten erfolgt, versteht sich von selbst. Gerade in den beiden Jahren der Erprobungsstufe erscheint es sinnvoll, den Kontakt zwischen Elternhaus und Schule in ganz besonderer Weise zu pflegen. An Elternsprechtagen oder zu vereinbarten Sprechstunden bzw. Gesprächsterminen können Eltern und Lehrer gemeinsam über die Entwicklung der Kinder beraten. Nicht nur dann, wenn sich Schwierigkeiten abzeichnen, sollte das persönliche Gespräch gesucht werden, um Konflikten frühzeitig und pädagogisch sinnvoll zu begegnen.

Um darüber hinaus einen kontinuierlichen und engen Kontakt zwischen Eltern, Kindern und Lehrern gewährleisten zu können, arbeiten die Schülerinnen und Schüler täglich mit dem Schulplaner, der zum einen als Kalender und Hausaufgabenheft dient, zum anderen für gegenseitige Mitteilungen von Eltern und Lehrern zur Verfügung steht und wöchentlich von den Eltern unterschrieben wird.

Ganz besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es am Galilei-Gymnasium gelungen ist, die Stelle einer Schulsozialarbeiterin kompetent zu besetzen. Sie unterstützt das Kollegium professionell. Lehrer, Schüler und auch Eltern können sich in im weitesten Sinne pädagogischen Fragen an sie wenden, wobei es ganz sicher gerade für Schüler von Vorteil ist, dass Frau Kliegel eine beratende und nicht beurteilende Rolle einnimmt, die ihr einen anderen Blick auf schulische Situationen und den Lebensalltag von Schülern ermöglicht.

Darüber hinaus arbeiten Eltern mit Lehrern und z.T. mit Schülern in Elterneinbindungs-AGs, die gemeinsam im Verlauf des Schuljahres an Themen wie z.B. die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule oder der Gestaltung des Schulgebäudes bzw. des Schulhofes arbeiten.

Im Rahmen des „Willkommenspakets“ haben Eltern die Gelegenheit, an mehreren Abenden zu erfahren, wie sie z.B. sinnvoll ihre Kinder beim Lernen unterstützen können oder auch selbst eine Unterrichtsstunde zu erleben.

  1. Wege und Ziele

Die Erprobungsstufe am Galilei-Gymnasium hat die Zielsetzung, die Grundlagen zu schaffen für einen sicheren Weg bis hin zum Abitur und damit zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife. Daher bauen Erprobungsstufe, Mittelstufe sowie die Arbeit in der Oberstufe, also der Sekundarstufe II, aufeinander auf und sind entsprechend aufeinander abgestimmt. Kontinuität der Ausbildung bei sich steigernden Anforderungen und das behutsame Hinführen zu dem genannten Ziel bestimmen die Arbeit am Galilei-Gymnasium. Die Erprobungsstufe versteht sich so als die Stufe, in der an die Arbeit in den Grundschulen angeknüpft und die Basis für die weitere erfolgreiche Arbeit am Gymnasium gelegt wird.

Neben dem bereits genannten Tag der offenen Tür gibt es als jährlich sich wiederholende Veranstaltungen einen „Kennenlern-Nachmittag“ für die neuen Fünftklässler kurz vor den Sommerferien, die Begrüßungsveranstaltung der Neuen zu Beginn eines jeden Schuljahres sowie Feiern, die die Schülervertretung für die 5. und 6. Klassen organisiert. Mit diesen zentralen Feiern soll allen Schülerinnen und Schülern unserer Erprobungsstufe über die Grenzen einer einzelnen Schulklasse hinweg ein Gefühl von Gemeinsamkeit im schulischen Miteinander und Zusammenleben an unserer Schule vermittelt werden.

Die Mittelstufe am Galilei-Gymnasium

Junge Menschen arbeiten mit anderen gemeinsam an Inhalten, erproben verschiedenste Methoden und bereiten sich so zielstrebig auf die gymnasiale Oberstufe vor, um erfolgreich das Abitur abzulegen.

Im Team lässt es sich meist leichter lernen, das wissen nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer, die in den Klassenleitungen und im Fachunterricht viel Engagement zeigen, um den jungen Menschen die notwendigen Arbeits-, Lern- und manchmal auch Lebenshilfen geben zu können.

Durch die Umgestaltung unserer Schule in ein Gymnasium mit gebundenem Ganztag wird dieser Teamgedanke noch deutlicher spürbar: etwa im neu angelegten Förderband, den Lernzeiten, dem Schulplaner, (der u.a. auch als Kommunikationsmittel zwischen Schule und Elternhaus eingesetzt wird), den gemeinsamen Mahlzeiten u.v.a.m.

Die Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft zeigt sich in der Mittelstufe des Galilei-Gymnasiums, aber auch durch die Arbeit der Mitwirkungsgremien; die Eltern übernehmen in der Mittelstufe Verantwortung für die schulische Entwicklung des Galilei-Gymnasiums im Rahmen der Schulpflegschaft,  und oft schon haben die Klassensprecherinnen und Klassensprecher wichtige Impulse, Ideen und Anregungen für den Schülerrat geliefert; manch einer ist später gar Schülersprecher oder Schülersprecherin geworden…

Übersicht

  1. Die Mittelstufe: Allgemeines
    1.1 Vertiefen, Erweitern, Orientieren
    1.2 Wahlpflichtbereich I (WP I)
    1.3 Wahlpflichtbereich II(WP II)
    1.4 Fächer / Stundentafel
    1.5 Lernstandserhebung in Klasse 8
  2. Berufsorientierung
  3. Austausch
  4. Ganztag

1. Die Mittelstufe: Allgemeines

Die Sekundarstufe I umfasst am Gymnasium die Kl. 5-9. Die Kl. 5 und 6 werden als Erprobungsstufe geführt, und die Kl. 7-9 werden als Mittelstufe bezeichnet.

Ab der Kl. 7 treten einerseits die einzelnen Klassen stärker als eigenständige pädagogische Einheiten in den Vordergrund, andererseits wird in den Wahlpflichtbereichen I (zweite Fremdsprache) und II (Differenzierungskurse ab Kl.8) der Klassenverband teilweise aufgelöst; dies trifft für die Fächer Fach Religion/prakt. Philosophie schon ab Kl. 5 zu.

Da sich Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe in der manchmal schwierigen Phase der Pubertät befinden, auf der Suche nach der eigenen Persönlichkeit und nach Neuorientierung sind, ist es uns am Galilei-Gymnasium ein besonderes Anliegen, einen Lern- und Lebensraum zu schaffen, in dem Kompetenzen gezielt erweitert und die Stärkung und Förderung der Persönlichkeit besonders in den Blick genommen werden.

1.1 Vertiefen, Erweitern, Orientieren

saeulenQuelle: Schlaun-Gymnasium, Münster

Ausgehend vom Leitbild der fünf „Säulen“:

Zuneigung, Achtung und Respekt, Kooperation (Kommunikation und gemeinsames Handeln), Struktur und Verbindlichkeit (sinnvolle Rituale im Alltag/ konsequente Regelabsprachen) und vielfältige Förderung (Übertragung von Verantwortung, Unterstützung und Herausforderung von Eigenständigkeit) werden in den Klassenkonferenzen und in Zusammenarbeit von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern grundlegende Vereinbarungen zur Erziehungs- und Bildungsarbeit unserer Schule getroffen. (vgl. Pädagogischer Grundkonsens)

Wie auch in den anderen Stufen sind die Inhalte der Fächer auf der Basis des Kernlehrplans angelegt, der Fachunterricht zielt ebenso wie unsere Projekte, Schüleraustauschprogramme und Arbeitsgemeinschaften auf die Entwicklung von Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Kommunikationskompetenz und Sozialkompetenz.

1.2 Wahlpflichtbereich I (WP I)

Von der Jahrgangsstufe 6 an kommt die zweite Fremdsprache als Pflichtfremdsprache im Rahmen des Wahlpflichtbereichs I (WP I) hinzu. Am Galilei-Gymnasium sind das die Fremdsprachen Französisch oder Latein. Die Entscheidung für die zweite Fremdsprache gilt für vier Jahre, also bis zur Jahrgangsstufe 9 einschließlich. Ein Wechsel ist lediglich bei einer Wiederholung der Kl. 6 möglich.

Die Schülerinnen und Schüler lernen im Rahmen von so genannten „Schnupperstunden“ die neuen Fächer Latein und Französisch kennen. Der jeweilige Fachlehrer kommt in die Gruppe und stellt das Fach und die Inhalte anhand einer ersten kleinen Stunde vor.

Die Eltern erhalten eine Informationsbroschüre und können auf einem Informations-abend mit den Fachlehrern alle wichtigen Fragen persönlich klären.

1.3  Wahlpflichtbereich II (WP II)

Mit der Einführung des Wahlpflichtbereichs II (WP II) soll den Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Möglichkeit der Schule eine Schwerpunktsetzung ermöglicht werden, die den Neigungen und Interessen der Schülerinnen und Schülern entspricht. Für die Schülerinnen und Schüler gibt es Schwerpunktsetzungen im naturwissenschaftlichen Bereich NW (als Verbindung aus Chemie, und Biologie) sowie MIP (Mathe-Informatik), im gesellschaftswissenschaftlichen (Leben und Arbeiten in Europa) und im künstlerischen Bereich (Deutsch-Kunst).

Die Fächer des WP II entsprechen bereits den Aufgabenfeldern der Sekundarstufe II. Deshalb soll es Ziel des Unterrichts im WP II sein, erweitertes Grundlagenwissen zu vermitteln, den im Klassenverband erteilten Unterricht zu ergänzen und durch fachspezifische Methoden zu vertiefen. Dadurch wird die methodische Kompetenz der Schülerinnen und Schüler erhöht, das Fachwissen vertieft und die Lernbereitschaft intensiviert.

Am Galilei-Gymnasium werden folgende Kurse im Wahlpflichtbereich II angeboten:

  • Deutsch/Kunst
  • Leben und Arbeiten in Europa (Erdkunde, Geschichte, Politik)
  • Naturwissenschaften
  • Mathematik/Informatik

 1.4 Fächer

Schülerinnen und Schüler und Eltern werden gemeinsam an einem Informationsabend über das Fächerangebot des WP II durch die Fachlehrer informiert. Es werden die Inhalte der Fächer und die Bedingungen für die Teilnahme erklärt, sodass die Schülerinnen und Schüler eine klare Entscheidungsgrundlage haben.

stundentafel

1.5 Lernstandserhebung  in Kl. 8

In der Jahrgangsstufe 8 finden in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik Lernstandserhebungen statt. Diese dienen dazu, landes- ja sogar bundesweit zu ermitteln, welche Lernergebnisse Schülerinnen und Schüler erreichen, inwieweit sie die fachlichen Anforderungen der Lernpläne erfüllen (Kompetenzen) und welche Stärken und Schwächen sie in diesen Bereichen haben. Den Lehrerinnen und Lehrern geben die Lernstandserhebungen damit präzise Hinweise zum Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler.

(siehe dazu: Schulentwicklung NRW)

2. Berufsorientierung

Die Berufswahlvorbereitung ist eine verpflichtende Aufgabe in der Sek I. Die Schülerinnen und Schüler sollen so gefördert werden, dass sie selbständig und eigenverantwortlich Entscheidungen im Prozess ihrer Berufswahl treffen können. Dazu arbeiten die Schulen insbesondere mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zusammen. In der Jahrgangsstufe 8 wird ein Bewerbungstraining durchgeführt, es werden Bewerbungsmethoden eingeübt (z.B. Erstellen eines Lebenslaufes im Deutschunterricht) und das BIZ (Berufsinformationszentrum) wird besucht.

Das Schülerbetriebspraktikum wird zukünftig zu Beginn der Oberstufe, d.h. in der Jahrgangsstufe 10 stattfinden.

Darüber hinaus gibt es im Galilei-Gymnasium das „BOB“, das BerufsOrientierungsBüro, in dem interessierte Schülerinnen und Schüler z.B. Informationsgespräche mit Frau Brockhaus-Michels führen können oder sich selbständig mithilfe der zahlreichen Bücher und Broschüren über attraktive Berufsfelder informieren können.

Im Rahmen des „Girls-/Boys-Days“ findet für die 8. Klassen eine „Technikrallye“ statt, in der die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Stationen verschiedene praktische Technikaufgaben (z.B. Bearbeitung von Holz und Metall, elektrische Verschaltungen, Experimente zum räumlichen Vorstellungsvermögen etc.) bearbeiten und ihre Begabungen und Neigungen bestimmen können.

3. Austausch

Viele Schülerinnen und Schüler sind schon im „Comenius-Projekt“ mit den Lehrerinnen und Lehrern in Europa unterwegs gewesen und haben unzählige Kontakte geknüpft, Freundschaften gewonnen und vor allem wichtige Erfahrungen über die Grenzen Hamms hinaus gesammelt. Im Nachfolger-Projekt „Erasmus +“ soll diese Arbeit fortgeführt werden. Auch hier werden wieder viele Schülerinnen und Schüler der KL. 8 und 9 die Gelegenheit haben, „über den Tellerrand“ zu schauen, weshalb die Mittelstufenkoordination das „Erasmus +“- Projekt von Herzen unterstützt!

4. Ganztag

Mittlerweile sind alle Klassen ganz selbstverständlich im Ganztag angekommen, auch die Klassen der Mittelstufe.

Da Schule eine Institution ist, die ständig der Erneuerung bedarf, wird auch im Ganztag aus den Erfahrungen der ersten Jahre gelernt und die Abläufe werden optimiert, die Angebote erweitert und/oder nachgebessert, damit das Galilei-Gymnasium immer mehr zum Lebensraum für die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler wird.

Nähere Informationen zu AG-Angebot, OLZ, Mittagessen in der Mensa, Übermittagsspielräume, Förderband usw. finden sich im Ganztags-Konzept.

Die gymnasiale Oberstufe am Galilei-Gymnasium

Die gymnasiale Oberstufe zielt auf neben der Vermittlung einer wissenschaftsvor-bereitenden Ausbildung  auch auf die persönliche Entfaltung in sozialer Verantwortlichkeit und den Erwerb grundlegender Wertevorstellungen für ein demokratisches Zusammenleben. Im Unterricht im  Kurssystem gewinnen die Formen selbstständigen Arbeitens und Lernens zunehmend an Bedeutung. Individuelle Schwerpunktsetzung einerseits und obligatorische Vorgaben andererseits sichern eine gute Allgemeinbildung und allgemeine Studierfähigkeit.

Schullaufbahnberatung verstehen wir am Galilei-Gymnasium als einen ständig begleitenden Prozess, der mit der Vorbereitung des Eintritts in der Oberstufe beginnt, sich in der  Gestaltung und erfolgreichen Bewältigung der Einführungs- und Qualifikationsphase fortsetzt und Entscheidungshilfen und Perspektiven beim Verlassen des Gymnasiums anbietet. Beratungslehrer und Oberstufenkoordinatorin informieren und beraten bei den jeweils anstehenden Schullaufbahnentscheidungen und helfen, nicht nur bei organisatorischen Problemen. Bei Laufbahnproblemen führen wir, ggf. unterstützt von unserer Schulsozialarbeiterin, Einzelberatungen durch, um individuell Lösungsmöglichkeiten zu finden und Alternativen aufzuzeigen. Beratungslehrer übernehmen die frühere Klassenlehrerfunktion und sind erster Ansprechpartner für Probleme im Schultag. Darüber hinaus sind sie zuständig für Beurlaubungen, Krankmeldungen und Entschuldigungen, Zeugnisse, usw.. Regelmäßig finden verpflichtende Jahrgangsstufenversammlungen statt, die der Information aller Schülerinnen und Schüler dienen. Bei den entscheidenden Wahlen zur Einführungsphase und zur Qualifikationsphase wird darüber hinaus in intensiven Einzelberatungen die Schullaufbahn jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers gemeinsam mit der Beratungslehrkraft vorgezeichnet, um Fehler bei der Planung der Schullaufbahn zu verhindern. Thematische Schwerpunkte unseres Beratungskonzeptes sind:

Jahrgangsstufe 9 (10 für Real- und Hauptschüler)

  • Schüler- und Elterninformation über die Struktur der gymnasialen und die Schullaufbahnplanung
  • Einzelberatungen zur Schullaufbahnplanung (EF)

Einführungsphase

zentrale Informationsveranstaltungen zu

  • Wahl der Schriftlichkeit
  • Versetzung
  • Struktur der Qualifikationsphase / Wahl der Leistungskurse
  • individuelle Beratung zur weiteren Schullaufbahnplanung (QPH)

Qualifikationsphase

zentrale Informationsveranstaltungen zu

  • Gesamtqualifikation
  • Facharbeit
  • Wahl des 3. / 4. Abiturfaches
  • Zulassung, Verfahren und Ablauf der Abiturprüfung

Abiturprüfung

  • zentrale Information zu juristischen und organisatorischen Bedingungen
  • Einzelberatungen bei Abweichungsprüfungen, freiwilligen mündlichen Prüfungen im 1. -3. Fach sowie bei Nichtbestehen des Abiturs

Im Gymnasium geht es nicht allein darum, den Schülerinnen und Schülern eine qualifizierte schulische Ausbildung zu vermitteln. Ein wesentliches Ziel unserer Arbeit besteht darin, die Schülerinnen und Schüler sowie auch deren Eltern für ein Hochschulstudium zu begeistern. Daher wird unser Beratungskonzept durch umfassende Beratungen zur Studien- und Berufswahlorientierung ergänzt, die diesem Anliegen Rechnung tragen.

Um die Schülerinnen und Schüler zu einem höheren Maß an selbstständigem Lernen zu befähigen und sie an das wissenschaftspropädeutische Arbeiten heranzuführen ist neben der Laufbahnberatung auch die Lernberatung von Bedeutung. Mit Blick auf die Facharbeit, die an unserer Schule die erste Klausur im zweiten Halbjahr des ersten Jahres der Qualifikationsphase ersetzt, nehmen unsere Schülerinnen und Schüler an einem Recherche-Training unserer Stadtbücherei statt.

Unser Begleitkonzept soll  Schülerinnen und Schülern anderer Schulen und Schulformen einen gelungen Einstieg in die Einführungsphase am Galilei-Gymnasium gewährleisten. Es unterteilt sich in zwei Phasen, in denen Schulleiter, Oberstufenkoordinatorin, Beratungslehrer/in und Schulsozialarbeiterin versuchen, durch individuelle Information, Betreuung und Beratung den Neueinstieg so zu begleiten, dass er in eine erfolgreiche Schullaufbahn in der gymnasialen Oberstufe mündet.

Die erste Phase soll für mögliche und interessierte Schülerinnen und Schüler die Voraussetzungen für  eine gründliche, umsichtige und nachhaltige Entscheidung zur Fortsetzung ihrer Schullaufbahn am Galilei-Gymnasium schaffen. In der Regel im November findet am Galilei-Gymnasium der Tag der offenen Tür statt.  An diesem Tag können sich Schülerinnen und Schüler in einem Beratungsgespräch mit der Oberstufenkoordinatorin über die gymnasiale Oberstufe am Galilei-Gymnasium informieren. Um den Halbjahreswechsel ermöglichen wir interessierten Schülerinnen und Schülern der Haupt- und Realschulen  die Möglichkeit, an Schnuppertage Einblicke in den Unterricht in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe zu gewinnen.  Die Schülerinnen und Schüler begleiten jeweils einen Schüler/eine Schülerin der Einführungsphase durch den Schulvormittag. Eine Gesprächsrunde soll außerdem die Möglichkeit bieten, noch offene Fragen zu klären und sich über das Erlebte auszutauschen. Im Frühjahr informieren Schulleiter, Oberstufenkoordinatorin und Beratungslehrer/in im Rahmen einer Abendveranstaltung all e Schülerinnen und Schüler, die im Sommer am Galilei-Gymnasium in die gymnasiale Oberstufe eintreten werden sowie deren Eltern über die Struktur der gymnasialen Oberstufe und die Schullaufbahnplanung für die Einführungsphase.  Im Rahmen der Veranstaltung erhalten die Schülerinnen und Schüler die Informationsbroschüre „Die gymnasiale Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen“ des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie den Wahlzettel zur Fächerwahl für die Einführungsphase. In der Woche, in der die Wahlzettel abgegeben werden müssen, findet für die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler eine besondere nachmittägliche Beratung statt, in der der Beratungslehrer zur Klärung individueller Probleme bei der Planung der Schullaufbahn bzw. der Kurswahl zur Verfügung steht.

In der zweiten Phase bemüht sich das Galilei-Gymnasium. den Schülerinnen und Schülern, die von anderen Schulen und Schulformen zu uns gekommen sind, Hilfestellungen zu geben, so dass sie sich möglichst schnell und störungsfrei an die neue Schulsituation anpassen. Für einen gelungenen Start bekommen die Seiteneinsteiger einen Patenschüler aus der eigenen Stufe zur Seite gestellt, der sich mit dem Schulleben und –betrieb auskennt. Beratungslehrer, Oberstufenkoordinatorin und Schulsozialarbeiterin treffen sich mit den neuen Mitschülerinnen und Mitschülern zu einer Gesprächsrunde. Hier bietet sich die Gelegenheit, Fragen zu stellen und auf Schwierigkeiten und Probleme des Übergangs hinzuweisen. Bei Bedarf wird gemeinsam nach Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten gesucht. Mit der Rückmeldung der Quartalsnoten findet für neue Mitschülerinnen und Mitschüler eine Beratung im Rahmen einer Sprechstunde des Beratungslehrers statt. In dieser soll das Leistungsbild gemeinsam reflektiert und – falls erforderlich – Fördermaßnahmen beschlossen werden (ggf. in Absprache mit Fachlehrer/in und / oder Schulsozialarbeiterin). Ebenso können bei Bedarf auch Probleme der Schulorganisation, des Schullebens oder Ähnliches thematisiert werden.

Das Fächerangebot der gymnasialen Oberstufe wird in Aufgabenfeldern zusammengefasst. Es konkretisiert sich am Galilei-Gymnasium wie folgt:

faecher

Neben  den aus der Sekundarstufe I fortgeführten bieten wir in der Oberstufe Italienisch und Latein als neu einsetzende  Fremdsprachen an. Im ersten Jahr der Qualifikationsphase erweitern Literatur und Instrumentalpraxis das allgemeine Fächerspektrum. Vertiefungskurse in den Kernfächern werden in der Einführungsphase und im zweiten Jahr der Qualifikationsphase angeboten, Projektkurse in Biologie, Geschichte und Erziehungswissenschaft im zweiten Jahr der Qualifikationsphase. Zu unserem regelmäßigen Leistungskursangebot gehören Leistungskurse in Deutsch, Englisch, Geschichte, Erdkunde, Erziehungswissenschaft, Mathematik, Physik, Biologie und Sport.

Die durchschnittliche Wochenstundenzahl von 34 Stunden in der gymnasialen Oberstufe verteilt sich am Galilei-Gymnasium im Rahmen des nachfolgenden Stundenrasters, so dass Schülerinnen und Schüler Verlässlichkeit für die Planung außerschulischer Aktivitäten bleibt.

Studienfahrten finden am Galilei-Gymnasium vor den Herbstferien im zweiten Jahr der Qualifikationsphase statt. Zusätzlich ist die Teilnahme am Schüleraustausch Im Rahmen des Erasmus-Projekts möglich.

Den vielfältigen Interessen unserer Schülerinnen und Schüler tragen wir mit verschiedenen außer – unterrichtlichen Angeboten an. Sprachinteressierte Schülerinnen und Schüler können sich am Galilei-Gymnasium in AGs auf den Erwerb des „Diplôme d’études en langue française“ (DELF), ein international anerkanntes Sprachdiplom des französischen Bildungsministeriums in verschiedenen Niveaustufen, vorbereiten- In der Inner-G-Band und der Hoch-Tief-AG können Oberstufenschülerinnen und –schüler ihre musikalischen Interessen verwirklichen.  Die Gali-Tech-AG befasst sich mit Licht- und Tontechnik. Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schülern, die Rahmen der Schüleruniversität an ausgewählten Vorlesungen teilnehmen, unterstützen und begleiten wir  Je nach Neigung unterstützen wir Schülerinnen und Schüler bei der Teilnahme an entsprechenden Wettbewerben. Regelmäßig nimmt das Galilei-Gymnasium z. B. Am Känguru-Wettbewerb und der Mathematik-Olympiade teil. Schülerinnen und Schüler die ihre sozialen Kompetenzen in unser Schulleben einbringen möchten, können als Streichschlichter, Schulsanitäter, Sporthelfer und Medienscouts arbeiten und ausgebildet werden. Auch unsere Schüler-Vertretung ist offen für neue Mitglieder, die sich mit ihren Ideen und Erfahrungen in Schulmitwirkung und Gestaltung von Schulleben einbringen wollen.

[1] vgl. SchulG NRW § 16 (1)

[2] aus: Schwan, Gesine: Bildung ist mehr als Aufstieg und Effizienz, Frankfurter Rundschau vom 09.04.2009.

[3] Die gültigen Hauscurricula finden Sie – ebenso wie die Vereinbarungen zur Leistungsbewertung im Anschluss an den Anhang..

[4] vgl. Wettbewerbskonzept S. Anhang S. 9

[5] Genauere Informationen zu diesem Projekt findet man unter: http://www.zukunftsschulen-nrw.de/cms/front_content.php

[6] vgl. Ausführungen zum Seiteneinstieg im Kapitel „Die Oberstufe“

[7] vgl. Die Ausführungen zum „Unterrichtsleitbild“ Anhang S.8.:

[8] Die einzelnen Schulhalbjahre sind in ihrem Ablauf als Schema dargestellt: Anhang S. 92

[9] Stundenzahlen laut BASS