Galileo Galilei

Unsere Schule ist nach dem berühmten Wissenschaftler Galileo Galilei benannt worden. Doch: was wissen wir eigentlich über ihn?  Er war ein berühmter Wissenschaftler. Aber diese Aussage allein wird seiner Person nicht gerecht. Er war ein großer Mann, der die Wissenschaft entscheidend beeinflusste und einen bleibenden Eindruck in unserer Welt hinterließ.

Der am 15. Februar 1564 in Pisa (Italien) geborene Galilei war nicht bloß ein Astronom und Physiker, was die meisten Menschen mit ihm verbinden, vielmehr war er auch Mathematiker und Philosoph.

1589, im Alter von 25 Jahren, wurde er Professor für Mathematik und lehrte an der Universität seiner Heimatstadt. Drei Jahre darauf zog er nach Padua um dort seiner Lehrtätigkeit nachzugehen. Während seiner Zeit dort verbesserte er das zuvor bereits erfundene Fernglas. Diese Verbesserung(en), nämlich die Erhöhung auf anfangs vierfache und dann später über acht- und neunfache Vergrößerung auf 33-fache Vergrößerung, waren die Basis vieler seiner bahnbrechenden Entdeckungen. Als er im Jahre 1610 mit seinem Fernrohr den Nachthimmel betrachtete, beobachtete er den Jupiter und seine vier Monde (heute als die „Galileischen Monde“ bekannt). Ihm fiel auf, dass von Zeit zu Zeit einer der Monde verschwand. Er zog alte Sternkarten zu Rate, aber auch diese konnten sein Problem nicht lösen, weshalb er schloss, dass der Jupiter selbst die Sicht versperrte. Dies passte aber nicht in das kirchliche, das geozentrische Weltbild, nach dem sich alle Himmelskörper um die Erde drehen. Er fand heraus, dass das von Nikolaus Kopernikus aufgestellte heliozentrische Weltbild (Sonne als Zentrum) der Wahrheit entspricht.

Im Jahre 1616 stellte er seine Entdeckungen der Kirche vor, die diese zwar zunächst bestätigte, sie aber anschließend als ketzerisch und absurd abgestempelte. Unter Papst Gregor XV. wurde er mit einem Schweigebann belegt und seine Weltanschauung verboten. Als jener Papst aber 1623 starb, schöpfte Galilei neue Hoffnung und widmete sich erneut seinen Studien. 1632 veröffentlichte er seine Arbeit „Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme, das ptolemäische und das kopernikanische“, nachdem seine Zensoren eingewilligt hatten. Als der Kirche jedoch auffiel, dass das Buch die Leute vom „ketzerischen“ kopernikanischen Weltbild überzeugte, verhaftete man Galilei 1633, stellte ihn vor Gericht und ließ ihn unter Androhung von Folter und nach drei Wochen Kerker seine Thesen widerrufen. Seine Freilassung war jedoch keine Freilassung im eigentlichen Sinne, denn er wurde im Anschluss von der Kirche unter Hausarrest in seiner Villa in Arcetri (bei Florenz) gestellt. Unter strenger Beobachtung war ihm freies Arbeiten fast nahezu unmöglich. Seine Lehrtätigkeit wurde ihm komplett verboten, es wurde ihm lediglich gestattet, weniger „anstößige“ Arbeiten fortzuführen, die der Kirche nicht schaden konnten. 1637 erblindete er und starb am 8. Januar 1642 in Arcetri.

Bemerkenswert und revolutionär war vor allem seine empirische Arbeitsweise. Das bedeutet, dass Galilei seine Thesen und Arbeiten auf das gründete, was er selbst sah und eben nicht auf das, was in Büchern stand. Außerdem brachte er die Kinematik und die Astronomie ein wichtiges Stück weiter und begründete ein neues wissenschaftliches Feld mit seiner Elastizitätstheorie. Des Weiteren erfand er vielerlei Dinge, unter anderem den Vorläufer des heutigen Thermometers.

Dies sind die Gründe, warum am 1. Januar 1971 aus der ehemaligen Zweigstelle des Gymnasiums Hammonense,  dem Staatlichen Gymnasium II, das Galilei Gymnasium wurde. „Galilei-Gymnasium Hamm“, das ist nicht nur ein Name, das ist ein Projekt, ein Experiment. Unsere Schule übernimmt dabei die revolutionäre Art Galileis. Im Gegensatz zu ihm, welcher sich auf die Naturwissenschaft spezialisierte, konzentriert sich unser Projekt eher auf sozial-pädagogische Aspekte bzw. den bildungspolitischen Bereich. Ziel dabei ist die Erschließung neuer, an Bildung interessierter Schichten. Das Galilei-Gymnasium versucht dabei, wie der Wissenschaftler selbst, seine Experimente ständig weiter zu verbessern. Galilei schrieb seine Veröffentlichungen nicht in der Sprache der Wissenschaft (Latein), sondern auf Italienisch und machte somit seine Entdeckungen für die Allgemeinheit zugänglich. Die Institution Schule hat genau das gleiche Ziel, nämlich das Schaffen von Chancengleichheit durch Informationsvermittlung für jedermann. Ein interessanter Fakt ist, dass unsere Schule die einzige weiterführende Schule in Deutschland ist, die seinen Namen trägt, was uns gleichzeitig stolz und zu etwas Besonderem macht.


In seiner Ansprache am 14.09.12 zur Mensaeröffnung hat unser Schulleiter, Herr Lapornik-Jürgens, Werbung für die außergewöhnliche Ausstellung, die sich mit dem Thema Galileo Galilei zwischen Kirche und Wissenschaft auseinandersetzt, gemacht. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von unserem ehemaligen Biologie- und Chemielehrer Herrn Dr. Börnchen.

Herr Lapornik-Jürgens bemerkte:

„Ich möchte Sie noch auf ein weiteres „Schatzkästlein“ hinweisen. Wir haben das große Glück und die große Ehre, dass wir Ihnen eine außergewöhnliche Ausstellung bieten können, die von unserem ehemaligen Kollegen Herrn Dr. Börnchen erstellt und unter großer Beachtung bereits in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin gezeigt wurde. Sie befasst sich mit dem Namensgeber unserer Schule, Galileo Galilei. Herr Dr. Börnchen ist heute auch bei uns – ich darf ihn nochmals herzlich begrüßen. Er bietet an, im Anschluss an diese Veranstaltung – nach dem Sie sich in wenig stärken konnten – für eine Einführung und Erklärungen zur Verfügung zu stehen, wofür wir ihm nochmals besonders danken! Ich jedenfalls kann Ihnen diese Ausstellung nur empfehlen.

Was hat nun Galileo Galilei mit unserer Mensa zu tun? Bertolt Brecht hat den fiktiven Galilei im dritten Bild seines Theaterstücks „Das Leben des Galilei“ folgende Worte in  den Mund gelegt: „Und dann, ich kaufe gern Bücher, nicht nur über Physik, und ich esse gern anständig. Bei gutem Essen fällt mir am meisten ein.“ Dies ist, wie ich finde, wenig interpretationsbedürftig. Der echte Galilei scheint tatsächlich – so ist es jedenfalls überliefert – gerne und gut gegessen haben, und dies hat sich wohl auch auf seine Figur ausgewirkt, seinen Denkleistungen hat es augenscheinlich nicht geschadet!“

Link: Universität Berlin