Bericht über die Deutsche Schülerakademie

In den Sommerferien durfte ich an der Deutschen Schülerakademie (DSA) teilnehmen. Zunächst einmal stellt sich die Frage was die DSA überhaupt ist. Bildung und Begabung GmbH fördert zusammen mit diversen Kooperationspartnern (z. B. das Bundes-ministerium für Bildung und Forschung, die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Kultusministerkonferenz; Schirmherr ist unser Bundespräsident) Oberstufenschüler, indem sie während der Sommerferien 16-tägige Akademien, die jeweils aus sechs Kursen mit Themen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen bestehen, anbietet. Neben der fachlichen Arbeit in den Kursen gibt es kursübergreifende Angebote, auf die ich im weiteren Verlauf näher eingehen werde.

Bevor man an einer der Akademien teilnehmen darf, kann man sich entweder selbst vorschlagen oder, wie es bei mir der Fall war, die Schule schlägt jemanden (auch mehrere) vor. Anschließend erhält man eine Aufforderung zur Bewerbung. An dieser Stelle kann man bis zu vier Wunschkurse angeben. Es gibt wirklich eine große Auswahl an unterschiedlichsten Kursen. Mit ein bisschen Glück erhält man einige Zeit später eine Zusage. Ich konnte mich neben der Zusage über die Möglichkeit zur Teilnahme auch über meinen Erstwunschkurs freuen. Der Kurs hieß „Was macht Google so erfolgreich? Die betriebswirtschaftliche Betrachtung der Digitalbranche“.

Zur Vorbereitung auf den Kurs haben wir von unseren zwei Kursleitern Rico und Atilla einige Materialen zur Verfügung gestellt bekommen. Des Weiteren hat jeder ein Thema bekommen, zu dem er während der Akademie ein etwa 45-minütiges Referat halten musste. Mein Thema lautete „Die E-Commerce-Wertschöpfungskette“. Zugegebenerma-ßen war ich zuerst etwas skeptisch, aber je mehr ich mich mit dem Material auseinander-setzte, desto spannender wurde es.

Die Akademie fand in Torgelow am See auf dem Gelände des privaten Internatsgymnasiums Schloss Torgelow statt. Das Schloss Torgelow liegt direkt am See, wodurch einem jeden Tag ein toller Blick auf´s Wasser garantiert war. Aber auch sonst war die Örtlichkeit die beste, die ich mir hätte vorstellen können, denn es gab beispielsweise mehrere Paddelboote, ein Beachvolleyballfeld, einen eigenen Tennisplatz, ein Fitness-studio, einen kleinen Kinosaal und noch vieles mehr. Hervorzuheben ist an dieser Stelle die Mensa, die einem jeden Tag sehr leckeres Essen geboten hat.

Am 21.07.2016 war dann der lang ersehnte Anreisetag gekommen. Nach einer etwa 6-stündigen Autofahrt war ich endlich angekommen (wobei man sagen muss, dass die meisten Teilnehmer deutlich länger gebraucht haben).

Apropos Teilnehmer: An jedem der sechs Kurse durften sechszehn Schüler teilnehmen. Dementsprechend bildeten wir zusammen eine Gruppe von über 90 Leuten aus neugierigen, talentierten und weltoffenen Menschen. Hinzu kamen natürlich die Kursleiter sowie die Akademieleitung (1 Leiter und 2 Co-Leiter). All diese Personen kommen aus ganz Deutschland, von Kiel bis zum Bodensee und von Aachen bis Dresden. Drei Teilnehmer wohnen sogar im Ausland (USA, Brasilien, Türkei). Dort gehen sie jeweils auf internationale Schulen.

Trotz der breiten Streuung der Herkunft hat man direkt beim ersten Aufeinandertreffen gemerkt, dass man sich auf tolle 16 Tage, die auf einen warteten, freuen kann. Nach einem kurzen Plenum und einem gemeinsamen Abendessen haben wir uns erstmals in unseren Kursen zusammengetroffen. Meine Kursleiter Rico und Atilla, die wir im Verlauf der Akademie auf „Ricola“ tauften, stellten uns zunächst den inhaltlichen Plan unserer Kursarbeit vor. Danach sind wir alle schließlich erschöpft ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen hieß es für mich um 6:30 Uhr aufstehen, denn wir hatten uns zum Joggen am See verabredet. Nach dem Frühstück trafen wir uns im Plenum, in dem wir den Tagesablauf besprochen, KÜA-Angebote vorgestellt und sonstige Wichtigkeiten beredet haben. Im Anschluss daran war dann zunächst einmal bis Mittag Kursarbeit angesagt. Hier ein kleiner Auszug aus dem Teilnehmervorwort der Dokumentation, die am Ende der Akademie angefertigt wurde: „Out-of- the-box denken, stuck-in- the-middle sein und Amazon-Yesterday- Delivery ausnutzen, geile Präsen halten, SWOT-Analysen durchfüh-ren und fancy expert teams bilden waren die zentralen inhaltlichen Bestandteile unseres Kurrr-ses.“ Zugegebenermaßen sind vielleicht einige Aspekte ohne den Kontext und als „Nicht-Kursteilnehmer“ nicht in der richtigen Form nachvollziehbar, allerdings merkt man auch daran, wie stark unser Kurs als Gemeinschaft zusammengewachsen ist und wie viele Insider während unserer gemeinsamen Zeit entstanden sind. Zusammengefasst aber haben wir uns inhaltlich mit der Aneignung wirtschaftlichen Basiswissens, z. B. über Marketing, der Entstehung eines Start-Ups bis hin zur Entwicklung einer eigenen Idee mit einem abschließenden Investoren-Pitch (mein persönliches Lieblingsthema) und der Analyse unterschiedlicher Geschäftsmodelle von Unternehmen wie Ikea, Starbucks, Apple, Amazon oder Facebook beschäftigt. Nachdem die Morgen-Session durch war, aßen wir alle geschlossen Mittag. Danach standen dann die bereits erwähnten KÜA´s an. Kursübergreifende Angebote konnte jeder leiten, der Lust dazu hatte oder sich z. B. mit einem Thema besonders gut auskannte. Das KÜA-Angebot war ausgesprochen umfangreich. Hier einige sportliche Möglichkeiten: (Nacht-)Schwimmen, Yoga, (Beach-)Volleyball, Tanzen, Street Workout, … Weitere Angebote waren beispielsweise: Improvisationsteather, Zeichnen, Debattierclub, Rhetorikkurs, Poetry Slam, Nähen, literarisches Schreiben, Origami, Zauberwürfel, backen, … Darüber hinaus konnte man beispielsweise im (Kammer-)Chor oder im Orchester mitwirken. Am Ende der Akademie haben wir in der Müritzer Kirche ein gut besuchtes Abschlusskonzert gegeben.

Aber zurück zum Tagesablauf: Nach der Kaffeepause hatten wir wieder eine Kurseinheit. An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass die Arbeit in den Kursen in keiner Weise mit dem Unterricht in der Schule vergleichbar ist. Der Spaßfaktor ist um ein vielfaches höher und allein schon mit vielen motivierten Leuten zusammenzuarbeiten ist ein gravierender Unterschied. Zur Stärkung haben wir dann gemeinsam zu Abend gegessen und später lag dann die zweite KÜA-Schiene. Abends haben wir uns dann einfach noch unterhalten, Werwolf oder Billard gespielt, Filme geguckt, usw. Normalerweise sind wir dann alle müde ins Bett gefallen. Ungefähr so sah ein klassischer Akademie-Tag bei mir aus. Grundsätzlich hatte man zwar einen geregelten Tag, d. h. aber noch lange nicht, dass es langweilig geworden ist. Denn zum Teil hatte man schon etwas Freizeitstress, wenn man sich nicht zwischen den tollen KÜA´s entscheiden konnte. Außerdem kamen noch die Rotation, bei der man Einblicke in die Arbeit anderer Kurse bekommen hat, die Ausflüge (z. B. Fahrrad fahren, wandern, Rostock und Warnemünde besuchen, …) oder die Halbzeit- und die Abschlussfeier hinzu.

Insgesamt war ich von der gesamten Akademie völlig überwältigt. Ich habe tolle Erfahrungen und einzigartige Erinnerungen sammeln dürfen. Zudem habe ich viele neue Freunde gefunden, mit denen ich immer noch Kontakt habe und von denen ich schon einige wiedergetroffen habe. Bald sehen wir uns (fast 70 DSA-Leute) bei einem Nachtreffen wieder, auf das ich mich schon wahnsinnig freue. Die Akademiezeit zählt definitiv zu eine der schönsten zwei Wochen in meinem gesamten Leben. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar!

Marie Langenkämper, Schülerin der Q1

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