Q1-Musikkurs hört Brahms‘ 4. Sinfonie im Theater Münster

Am 1.10.2019 wurde im Sinfonieorchester Münster neben einigen kleineren Stücken Brahms 4.Sinfonie aufgeführt. Da wir diese im Vorfeld intensiv im Unterricht besprochen haben, machte uns unsere Lehrerin das Angebot, nach der theorielastigen Arbeit die Sinfonie einmal live zu hören. Dieses Angebot nahm eine Gruppe von 9 Leuten an. Das Konzert begann um 19.30 Uhr. Kurz vorher betraten wir den Konzertsaal. Die ca. 600 Plätze wurden fast alle von Menschen besetzt, die den Anschein erweckten, als hätten sie Brahms noch persönlich gekannt.

Die Werke im Konzert waren alle inspiriert von Bach. So auch von Brahms und Webern; jeder auf eigene Art und Weise und im jeweiligen Stil. Webern orientierte sich in seiner „Ricercare a’ 6 voci“ an Bachs sechsstimmiger Ricercar aus dem „Musikalischen Opfer“ und arbeitete es klanglich aus. Brahms hingegen greift in seiner 4. und letzten Sinfonie Bachs Bassthema aus der Kantate BWV 150 auf und nahm dieses als Vorbild. Diese beiden Stücke und ein weiteres vom Münsteraner Komponisten Bernhard Romberg wurden an dem Abend vom Sinfonieorchester Münster gespielt. Das Orchester stand unter musikalischer Leitung von Golo Berg. Neben dem Sinfonieorchester spielte Shengzhi Guo als Solist in Rombergs Komposition für Violoncello und Orchester Nr. 9 in Moll op. 56.

Als erstes wurde Weberns Ricercare gespielt. Die Musiker haben dieses (eher langweilige) Stück konzentriert gespielt. Sie waren bei der Sache und ließen sich auch nicht von dem zufällig herunterrieselnden Lametta stören. Sie spielten weiter. Dies ist durchaus positiv zu bewerten. Man spürte auch die Leidenschaft der einzelnen Musiker und die Beherrschung über ihr Instrument.

Für Rombergs Stück wechselte die Besetzung des Orchesters zum Teil. Neu hinzu kam der Cellist Shengzhi Guo. Dieser kannte das fast 20-minütige Stück komplett auswendig. Er versprühte Freude am Spielen. Nach Rombergs Stück gab er eine Solozugabe: ein Chinesisches Volkslied. Hier konnte man feststellen, dass der Raum über eine gute Akustik verfügt, denn selbst in den letzten und obersten Reihen, war alles zu hören. Selbst wenn also die obersten Reihen es einem nicht erlauben über die gesamte Bühne zu blicken, ist man in der Lage alles klar zu verstehen.

Doch nun zurück zum eigentlichen Programm. Nach Romberg kam die Pause und danach erklang Brahms 4. Sinfonie. Das Orchester wuchs. Auffällig war, dass der musikalische Leiter, Golo Berg, keine Partitur zum Dirigieren der fast 50-minütigen Sinfonie brauchte. Das muss man erstmal nachmachen! Des Weiteren war er sehr in seinem Element. Die Musiker waren alle sehr passioniert, unabhängig vom Instrument und der Spieldauer. So saß auch ein Triangel-Spieler in allen 4 Sätzen auf der Bühne und wartete geduldig auf seinen ca. 40 sekündigen Einsatz, bei dem er voller Eifer auf die Triangel einschlug.

Der Besuch des Theaters war lohnenswert. Sowohl das Ensemble als auch die Raum-/Saalqualität sprachen für sich.

Daniel W. und Fenja H.

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