Vergessen macht blind! – Gedenken der Schülerinnen und Schüler an den 9. November 1938

Am 9. November 2020 jährte sich die Reichspogromnacht zum 82. Mal. Auch in Hamm fand an diesem Tag auf dem Santa-Monika-Platz, dem Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge in Hamm, eine Gedenkveranstaltung statt. Maja und Sara Maria, Schülerinnen des Leistungskurses Geschichte der Q2 unseres Gymnasiums hielten bei dieser Veranstaltung neben dem Oberbürgermeister Marc Herter und Pfarrer Carsten Dietrich zwei Reden, um der deutschen und europäischen Juden, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, zu gedenken.

Aber warum genau gedenken wir des 9. November 1938 – eines Ereignisses, das nun 82 Jahre vergangen ist? Was hat das mit uns und unserer Gegenwart (und Zukunft) zu tun? Mit diesen Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und Q2 des Galilei-Gymnasiums auseinandergesetzt und beantworten sie in ihren vorliegenden Reden (siehe unten).

Dazu haben die Schülerinnen und Schüler sich mit der Ideologie, der menschenverachtenden Denkweise des Nationalsozialismus befasst, die Menschen jüdischen Glaubens als minderwertig ansah und schließlich die Grundlage für die Maßnahmen der Nationalsozialisten gegen die deutschen und europäischen Juden bildete.

Denn schon bald nachdem die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gelangten, begannen auf Grundlage dieser Ideologie die ersten Maßnahmen gegen die deutschen Juden. Im Zeitraum von 1933 bis 1938 führten diese Maßnahmen zu einer Entrechtung, zunehmenden kollektiven Diskriminierung, Demütigung sowie Verfolgung der deutsch-jüdischen Bevölkerung. Die Reichspogromnacht am 9.11.1938 markiert dabei den Beginn der brutalen und gewaltsamen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch das nationalsozialistische Regime. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden im gesamten damaligen Deutschen Reich Synagogen zerstört, in  Brand gesetzt, Geschäfte und Wohnungen der Menschen jüdischen Glaubens zerstört, Menschen jüdischen Glaubens verhaftet und sogar getötet. Auch in Hamm wurden die Synagoge und deren Einrichtungsgegenstände, Privatwohnungen und Geschäfte gewaltsam zerstört und Menschen jüdischen Glaubens verhaftet und gedemütigt. Dass die Synagoge nicht angezündet wurde, ist allein dem Umstand geschuldet, dass man aufgrund der dichten Bebauung ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude befürchtete.

Durch eine Plakatausstellung in der Schule wurde schließlich deutlich und erfahrbar, was auf den 9. November 1938 folgte. Die auf den Plakaten zu findenden Texte und Bilder zeigten, dass mit Beginn des 2. Weltkrieges im Jahr 1939 der organisierte Massenmord – bekannt als Holocaust oder Shoa – einsetzte. Millionen von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland und ganz Europa, aber auch andere Menschen, die nicht dem Idealbild des Nationalsozialismus entsprachen und in den Augen der Nationalsozialisten minderwertig waren, fielen ihnen zum Opfer.

Warum genau gedenken wir des 9. November 1938 – eines Ereignisses, das nun 82 Jahre vergangen ist? Was hat das mit uns und unserer Gegenwart (und Zukunft) zu tun? Die beiden folgenden Reden bieten (Ge-)Denkanstöße und erreichen dabei „den Verstand und das Herz“ (Zitat aus der Rede Maja Seewalds) der Zuhörenden. Die Reden sind im Leistungskurs Geschichte der Q2 des Galilei-Gymnasiums entstanden. Als Kooperationskurs belegen diesen Kurs auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hammonense.

Rede Maja

gehaltene Rede von Maja

Rede Sara Maria

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